Berlin : Kontrolle ist besser (Kommentar)

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Hätte sich George Orwells Vision von "1984" erfüllt, würde uns der "Große Bruder" schon lange lückenlos überwachen. Doch Orwell hat nicht mit den Datenschützern gerechnet. Eine Kamera installieren und dann die aufgenommenen Bilder auswerten - so einfach geht das nicht. Das ist auch gut so. Die Persönlichkeit des Einzelnen muss geschützt bleiben. Dies darf aber nicht so weit führen, dass sinnvolle Kontrollen unmöglich werden. Wenn die BVG bereits nach kurzer Zeit feststellt, dass in Fahrzeugen, die kameraüberwacht sind, die mutwillig angerichteten Schäden zurückgehen, dann sollte es möglich sein, diese Art der Überwachung weiterzuentwickeln. In den Bahnen und Bussen weiß jeder Fahrgast, dass ihn eine Kamera beobachtet. Die meisten dürften dafür Verständnis haben, wenn auf diese Weise Vandalismus vermieden wird. Manche fühlen sich womöglich sicherer. Doch ein Allheilmittel sind Kameras nicht. Wenn die Polizei gezielt Plätze überwacht, geht dort zwar die Kriminalität zurück. Sie nimmt aber erfahrungsgemäß nicht insgesamt ab, sondern verlagert sich nur. Auch auf Schulhöfen haben Kameras nichts zu suchen. Um die Schüler zu beaufsichtigen, sind die Lehrer da. Sie können sofort eingreifen. Kontrolle ist gut, aber nicht immer und nicht überall durch Kameras. Am besten ist es, wenn Menschen sich um Menschen kümmern - ohne elektronische Umwege.

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