Kontrollen : Keine Kulanz der S-Bahn bei Irrtümern

Bei den Kunden der Berliner S-Bahn macht sich Unmut im Umgang des Unternehmens mit den Kulanzwochenenden breit. Denn was als Entgegenkommen für ausgefallene Züge in den vergangenen Monaten verkauft worden war, konnte vor allem für Gelegenheitsfahrer teuer werden.

Klaus Kurpjuweit
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Kulanz ausgebremst. Wer die als Entschuldigung gedachten Regelungen falsch verstanden hat, steht schnell mit einer 40-Euro-Strafe...Foto: ddp

Das war kein feiner Zug der S-Bahn für viele Fahrgäste. Die meisten verstanden zwar, dass das Unternehmen auch an den Weihnachtsfeiertagen nicht auf die Kontrolle von Fahrscheinen verzichten wollte, Kritik häuft sich jetzt aber am Vorgehen an den Kulanzwochenenden im Dezember, wo Einzelfahrscheine als Tageskarten galten. Denn was als Entgegenkommen für die ausgefallenen Züge in den vergangenen Monaten verkauft worden war, konnte vor allem bei Gelegenheitsfahrern zu extrem teuren Fahrten führen, weil sie bei Kontrollen als „Schwarzfahrer“ eingestuft wurden.

Beliebt bei den Kontrolleuren waren vor allem die Übergangsstationen beim Wechsel vom Stadttarif AB ins Umland (ABC-Bereich). Wer nach dem Verlassen des letzten Bahnhofs im AB-Bereich mit einem AB-Fahrschein ertappt wird, muss immerhin 40 Euro zahlen. Bei einem Paar aus Wittenau kommen so statt der 4,20 Euro für zwei Einzelfahrscheine nun zusammen 80 Euro als „erhöhtes Beförderungsentgelt“ zusammen. Das nach eigenen Angaben selten mit Bahnen und Bussen fahrende Paar hatte für die Fahrt nach Potsdam irrtümlich nur einen AB-Fahrschein gekauft, obwohl dafür ein 70 Cent teureres ABC–Ticket erforderlich gewesen wäre. Auch am Wochenende der Kulanz waren die Kontrolleure unerbittlich und verlangten die 40 Euro.

In einem anderen Fall hatte ein Mann, der eine Umweltkarte für den Bereich AB besitzt, ebenfalls für eine Fahrt Richtung Potsdam einen Anschlussfahrschein für das C-Gebiet gekauft, den er auch für die Rückfahrt als Tageskarte nutzen wollte, weil er die Regelung so verstanden hatte. Da dies aber nicht der Fall war, wurden auch hier bei der Kontrolle 40 Euro fällig.

Vorwürfe, die S-Bahn habe sich vor allem durch die Kontrolle von unwissenden Fahrgästen wieder einen Teil des Geldes aus der Entschädigungs-Regelung zurückgeholt, wies ein Sprecher zurück. Es habe nur die üblichen Kontrollen gegeben – auch in den Übergangsbereichen der Tarifzonen. Dort waren auch schon in der Vergangenheit unwissende Fahrgäste häufig zur Kasse gebeten worden; auch komplette Schulklassen. 

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