Konzept für den Hermann-Ehlers-Platz : Begehbarer Brunnen, bunte Baumringe

„Heller und freundlicher“ will Landschaftsplanerin Martina Herold vom Büro IBT Freiraumplanung den Hermann-Ehlers-Platz gestalten. Dem Wochenmarkt will sie mehr Raum geben.

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Die vielleicht ungewöhnlichste Idee betrifft den Brunnen, den sie als zentralen Treffpunkt erhalten, aber vor ständiger Vermüllung bewahren will. Dafür sieht Martina Herold nur eine Lösung: Das Becken soll eine transparente Hülle erhalten. Die „Abdeckung mit begehbarem, satinierten Strukturglas“ schafft ein Plateau zum Verweilen, eines, auf dem sich auch Kinder austoben könnten. Abends und nachts soll der Brunnen von innen erleuchtet werden und dem Platz so „eine besondere Atmosphäre“ verleihen. Einen kleinen Nachteil verschweigt die Planerin aber auch nicht: planschen ist nicht mehr. Allerdings, sagt sie, könnte man es trotzdem unter Glas plätschern lassen. Vom Marktgewimmel auf dem Wochenmarkt war Martina Herold bei ihren Besuchen spontan begeistert, allerdings kam ihr alles auch „sehr eng und ein wenig ungeordnet“ vor. Deshalb will sie, dass der Markt mehr Platz bekommt und schlägt vor, die inneren beiden Baumreihen zu lichten. Von den insgesamt 83 Platanen am Platz würden etwa zehn geopfert, auch damit sich die Bäume daneben „besser entfalten können“. Die äußeren Platanenreihen bleiben als „Raumkante“ unberührt. Abtragen möchte die Landschaftsplanerin dagegen auch die Hochbeete aus Klinkerstein. Die seien nur spärlich bepflanzt, „stören das Marktgeschehen eher und funktionieren nicht“.

Durch große, beigefarbene Bodenplatten will das Landschaftsplaner-Team den bisherigen Pflaster- und Plattenbelag ersetzen, der an vielen Stellen offenbar seit vielen Jahren nur noch „behelfsmäßig ausgebessert“ worden ist. Das Beige passe zum hellen Farbton der Platanen. Die sollen runde Baumscheiben in „verschiedenen sandfarbenen und beigebraunen Schattierungen“ erhalten. Und noch mehr Farbakzente will die Landschaftplanerin setzen: Um den Weg zwischen dem U- und dem S-Bahnhof Rathaus Steglitz interessanter für die umsteigenden Passanten zu machen, sollen an einem Teil der Platanen statt der Baumscheiben mehrfarbige Baumringe aus Kunststoff oder Sichtbeton angebracht werden, die „wie zufällig angeordnet wirken“. Weil sie die passende Höhe haben, können sie als zusätzliche Sitzgelegenheiten dienen. Denn daran mangelt es bisher. Genauso wie der neue Brunnen könnten die Ringe abends von innen beleuchtet werden, schlägt Martina Herold vor.

Aufgegriffen hat sie einen Vorschlag unserer Leser, die sich auf dem Platz eine Tauschbörse für Anwohner wünschen. Das Konzept sieht nämlich neben der Erschließungsstraße am östlichen Platzrand mehrere „Standbänke“ vor, wie sie zum Beispiel schon auf einem Markt in Pankow stehen. Bei der Erfindung der Berliner Jungunternehmerin Billi Binder (www.standbank.de) handelt es sich um multifunktionale Sitzbänke aus Holz und Metall, die in wenigen Minuten zu Verkaufsständen mit Tresen umfunktioniert werden können; darüber lässt sich ein großes Schirmdach aufspannen. Die dafür nötigen Materialien lagern in einer verschließbaren Box. Die Schlüssel könnten Anwohner, je nach Bedarf, für ihre Trödel- und Tauschbörsen bekommen. Selbst an mögliche Sponsoren ist dabei gedacht: Die Rückseite der Bänke bietet nämlich Platz für Werbung.

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