Konzert in Berlin : Max Mutzke wandert zwischen den Welten

Der Musiker Max Mutzke führt ein Leben zwischen Schwarzwaldidyll und Showbusiness. Seiner Musik schadet das nicht - sogar einen Minister hat er zum Fan.

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Viel Gefühl, wenig Gäste. Max Mutke beim "Private Soul Food Concert" im Centolire in Berlin.
Viel Gefühl, wenig Gäste. Max Mutke beim "Private Soul Food Concert" im Centolire in Berlin.Foto: promo

Wenn Max Mutzke von seinem Heimatdorf im Schwarzwald spricht, glänzen seine Augen: „Gestern sind die Kinder den ganzen Tag barfuß herumgerannt, wir saßen auf dem Mäuerchen, die Nachbarn kamen vorbei und wir haben Kaffee in der Sonne getrunken.“ Den Namen des Dorfes nennt er nicht, die Zahl seiner Kinder auch nicht. Das ist privat.

Wie wichtig ihm die Welt dieses 200-Seelen-Bullerbü ist, wo er im Wald Holz hackt und seine alten Jugendfreunde - Metzger, Schornsteinfeger und Förster - um sich herum hat, betont er aber schon: „Ich würde niemals wegziehen wollen“, sagt er ohne zu zögern.

In der anderen Welt gibt es Antipasti und Promis

Im "Centolire", einem der angesagtesten Italiener Berlins, konnte er sich am Sonntag aber doch für einen Abend von der heilen Welt trennen. Ein Privatkonzert mit 100 Gästen – darunter prominente Schauspieler, Sportler und Justizminister Heiko Maas (SPD) samt Familie. Danach gibt es Antipasti. Viel exklusiver und elitärer geht es nicht, findet auch Mutzke.

„In meinem Leben gibt es zwei Leben, die total parallel zueinander verlaufen“, sagt Mutzke. 100 Tage im Jahr sei er unterwegs, bald etwa für ein Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie. "Ich bin in beiden Leben der gleiche, im einen habe ich nur ein bisschen mehr Dialekt."

Aus dem Castingstar wurde ein Vollblutmusiker

Als „musikalisches Chamäleon“ hat man ihn mal beschrieben. Irgendwie stimmt das ja auch. Angefangen hat er 2004 mit der poppigen Solo-Nummer "Just can't wait until tonight" von Stefan Raab, dann kam Soul dazu, ein Ausflug in den Jazz samt Band und zuletzt holte er sich die 80-köpfige NDR Radiophilharmonie und machte Klassik. Aber nicht nur das Ensemble ist gewachsen, sondern auch seine Stimme - und das Gefühl war schon immer da.

Was als nächstes kommt, weiß er noch nicht. „Außer Metal kann ich nichts ausschließen“, sagt er und grinst. Mutzke ist Vollblutmusiker. Obwohl er jetzt seit 13 Jahren im Geschäft ist, platzt die Lust am Singen immer und überall aus ihm heraus. Beim Einsingen muss ihn sein Pianist immer wieder einbremsen, in der Garderobe fängt er spontan zu singen an, bei einer kurzen Interviewpause beginnt er zu pfeifen.

Pläne? Ein Hörbuch und eine Weltreise

Ans Aufhören hat er jedenfalls noch nie gedacht. „Egal wie angeschlagen ich bin, die Bühne gibt mir Kraft und ich genieße jeden Auftritt“, sagt er. Stattdessen schmiedet er bereits neue Pläne. „Ich würde gerne mal ein Hörbuch für Kinder machen“, sagt er. Eine Auszeit kann er sich aber schon vorstellen. Zuhause bastelt Mutzke seit Jahren an einem Lkw. Wenn der fertig ist, möchte er mit der Familie auf große Tour gehen – Weltreise.

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