Konzerte in der Waldbühne Berlin : Nur mit Schlüssel und Schminktäschchen

Ob Barenboim oder Sting: In der Waldbühne werden die Sicherheitskontrollen für Konzerte verschärft. Das könnte zu noch längeren Wartezeiten führen.

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Beste Lage. Die Waldbühne ist wegen ihrer besonderen Atmosphäre beliebt. Picknick mit mitgebrachten Getränken ist hier aber schon lange nicht mehr möglich. Foto: Gregor Fischer/dpa
Beste Lage. Die Waldbühne ist wegen ihrer besonderen Atmosphäre beliebt. Picknick mit mitgebrachten Getränken ist hier aber schon...Foto: picture alliance / dpa

So richtig entspannt geht es in der Waldbühne schon lange nicht mehr zu, an die Zeiten der Picknicks mit mitgebrachtem Champagner bei den Konzerten der Philharmoniker erinnert sich kaum noch jemand – wer Alkohol trinken möchte, muss den ohnehin vor Ort kaufen, auch Wasser darf höchstens in 0,5-Liter-Plastikflaschen mitgebracht werden, deren Deckel dann abzuschrauben sind (Achtung, Riechprobe!). Die Kontrollen am Eingang waren zuletzt derart verstärkt worden, dass Konzertbesucher von Wartezeiten bis zu zwei Stunden berichteten. Lange Schlangen, Abtasten, Taschenkontrolle, das sind Musikfans inzwischen ohnehin gewohnt. Beim Konzert des britischen Rockstars Sting am Montag allerdings müssen sich die Fans noch einmal auf deutlich verschärfte Kontrollen einstellen.

Grund seien die verschiedenen Vorfälle der vergangenen Tage, teilte der Konzertveranstalter Live Nation mit. Die Anschläge „machen erhebliche Sicherheits- und Präventionsmaßnahmen für Konzerte erforderlich“, sagte Live- Nation-Geschäftsführer Marek Lieberberg. Aufgrund der „zunehmenden Bedrohung“ sei es zwingend erforderlich, den Schutz erheblich auszuweiten. In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Anschläge gegeben. Am Sonntagabend hatte ein 27-Jähriger im bayerischen Ansbach einen Sprengsatz gezündet und sich dabei selbst getötet. 15 Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Offenbar hatte er versucht, auf das Gelände eines Musikfestes in der Ansbacher Innenstadt zu gelangen, hatte aber kein Ticket gehabt.

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Der Einlass beginnt um 17.30, Sting spielt drei Stunden später

Der Veranstalter warnt die Sting-Fans vor deutlichen längeren Wartezeiten am Eingang. Konzertbesucher sollen möglichst zeitig erscheinen, um „genauere Kartenkontrollen und Bodychecks“ zu ermöglichen. Der Einlass in der Glockenturmstraße 1 in Westend öffnet um 17.30 Uhr, um 19.30 beginnt das Konzert. Dann tritt zunächst Stings Sohn Joe Sumner auf, Sting selbst soll gegen 20.30 Uhr beginnen und rund zwei Stunden spielen.

Bis auf Weiteres gelten die verschärften Sicherheitskontrollen für alle Konzerte, heißt es. Live Nation bittet die Besucher, auf „größere Taschen, Rucksäcke, Handtaschen und Helme“ zu verzichten und sämtliche Gegenstände zu Hause zu lassen, die „nicht unbedingt erforderlich“ seien. „Eine Beschränkung auf Handys, Schlüssel und Portemonnaies bzw. kleinere Kosmetiktäschchen erleichtert den Ordnungskräften ihre Arbeit.“ Damit würden die Kontrollmaßnahmen unterstützt und beschleunigt.

„Unser Ziel ist es, die Kultur als wesentliches Merkmal einer freien und offenen Gesellschaft nicht einschränken zu lassen und unser gewohntes Leben so weit wie möglich aufrechtzuerhalten“, sagt Lieberberg. Angesichts der zunehmenden Bedrohung sei es jedoch zwingend, den Schutz für Besucher, Künstler und Personal ganz erheblich auszuweiten. Gemeinsame Anstrengungen und erhöhte Wachsamkeit seien unerlässlich.

Für das Konzert in der Waldbühne gibt es derzeit keine Tickets mehr, der Veranstalter weist jedoch darauf hin, dass möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt noch Kontingente freiwerden. Die Karten kosten 80 Euro. Weitere Infos unter: www.waldbuehne-berlin.de.

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