Berlin : Krankenhäuser stellen sich dem Vergleich

Ulf Fink

Zum zweiten Mal haben der Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin e. V. den großen Berliner Klinikvergleich erstellt. Neben der Auswertung der erhobenen Daten der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (BQS) haben wir Patienten zur Zufriedenheit mit den Leistungen der Kliniken befragt. Wir können nun erstmals einschätzen, in welchen Hospitälern die Chirurgie-Patienten zufrieden oder weniger zufrieden sind. Die Einbeziehung der Sichtweise der Patienten ist ein Meilenstein zur Transparenz in der Berliner Medizin und ein zentraler Beitrag zur Stärkung der Kundensouveränität.

Überdies sind die niedergelassenen Ärzte befragt worden, in welche Häuser sie bevorzugt Patienten einweisen. Die Ergebnisse liefern ein differenziertes Bild, bei welchen Indikationen die Kliniken aus Sicht der Ärzte gut aufgestellt sind.

Beim zweiten Berliner Klinikvergleich werden 25 Indikationen in die Betrachtung einbezogen. Damit kann erstmals ein großer Anteil der stationären medizinischen Leistungsfähigkeit Berlins beurteilt werden. Wir freuen uns außerordentlich, dass sich nunmehr alle Kliniken am Berliner Klinikvergleich beteiligen. Die Kliniken stimmen hiermit einer vergleichenden Darstellung zu und stellen sich dem (Qualitäts-)Wettbewerb in der Öffentlichkeit.

Gesundheitsstadt Berlin e. V. und Tagesspiegel werden den Klinikführer regelmäßig fortentwickeln. Wir wollen die Vorreiterrolle Berlins beim Qualitätsvergleich in der Medizin weiter ausbauen, etwa durch die Erschließung bislang kaum genutzter Datenquellen, die Einbeziehung des ambulanten Sektors oder des Pflegebereichs in den Qualitätsvergleich.

Qualität in der Medizin wird das zentrale Steuerungsinstrument der Gesundheitsversorgung in Deutschland werden. Gesundheitsregionen beziehungsweise Kliniken, die nachweislich über eine hohe medizinische Qualität verfügen, werden von diesem Wettbewerb profitieren. Der große Berliner Klinikvergleich ist insofern Voraussetzung für eine gute Entwicklung der Gesundheitsstadt Berlin.

Der Autor, Senator a. D., ist Vorsitzender von Gesundheitsstadt Berlin e. V.

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