Berlin : Krankenhaus Hellersdorf: Die Baracken werden abgerissen

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In zwei Jahren soll der Grundstein für den Neubau des Krankenhauses Hellersdorf gelegt werden. Das versicherte Gesundheitssenatorin Gabriele Schöttler (SPD) gestern der Krankenhausleitung. "2001 benötigen wir für die Planungsphase", erklärte die Politikerin während eines Rundgangs durch die Kaulsdorfer Klinik. Die rund 1000 Mitarbeiter haben lange für diese Entscheidung kämpfen müssen. Wie berichtet, stand der seit Jahren geforderte Neubau an der Myslowitzer Straße 45 noch vor zwei Monaten auf der Kippe.

Im Auftrag der Senatsgesundheitsverwaltung sollte aus Kostengründen geprüft werden, die Klinik auf das Gelände des Unfallkrankenhauses Marzahn zu verlagern. Doch die Hellersdorfer Krankenhausleitung lehnte ab. Sie argumentierte dagegen, weil ein Umzug nur durch einen enormen Betten- und Personalabbau möglich gewesen wäre. Aber gerade im Ortsteil Kaulsdorf wird ein Krankenhaus benötigt. "Die Region ist die am schlechtesten versorgte in Berlin", sagte Wolfgang Buchholz, Chef der Chirurgie. So stünden in Hellersdorf pro 10 000 Einwohner nur sechs Betten zur Verfügung, der Berliner Durchschnitt liege bei neun Betten. "Unter erschwerten Bedingungen wird hier Hervorragendes geleistet", lobte Schöttler die Arbeit des Personals. Auf dem Gelände nahe der Bundesstraße 1/5 sind etliche Abteilungen in Baracken aus den 40er Jahren untergebracht. "Nur mit einer Ausnahmegenehmigung dürfen wir dort noch praktizieren", erklärte Buchholz. Denn die Korridore sind viel zu schmal für einen Krankenhausbetrieb.

Diese einst als Zwangsarbeiterlager genutzten Bauten sollen in den kommenden Jahren abgerissen werden. Das erst 1992 fertiggestellte Bettenhaus bleibe erhalten, wird aber saniert. Verwaltungsleiterin Barbara Beck erhofft sich von dem "kompakten Neubau" ein wirtschaftliches Arbeiten. Mit Skepsis erwartet sie dagegen die vom Senat angekündigte Gründung einer GmbH der Berliner Krankenhäuser. Senatorin Schöttler ist davon überzeugt, "dass die GmbH zahlreiche Vorteile bringt." So werde es eine verstärkte Kooperation geben. Die Politikerin versicherte, dass neben Moabit keine weiteren Schließungen geplant seien.

Wie berichtet, laufen gegenwärtig die Vorbereitungen zur Privatisierung des Kranhauses in Buch.

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