Berlin : Krankenhaus Moabit: Konkurs verhindert

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Das Insolvenzverfahren für das Krankenhaus Moabit wird abgewendet. Die Schließung des Krankenhauses soll auf geordnete Weise bis zum 31. März 2002 erfolgen. Der Senat hat dafür am Dienstag den finanziellen Weg bereitet. Aus dem Etat 2001 der Gesundheitssenatorin Gabriele Schöttler (SPD) wurden zunächst knapp 20 Millionen Mark zur Verfügung gestellt, um akute Liquiditätsprobleme zu lösen. Weitere maximal 55 Millionen Mark will der Senat mit dem Haushalt 2002 für die Abwicklung des Krankenhauses und Sozialpläne einplanen.

Der Geschäftsführer des Krankenhauses Moabit, Jürgen Staar, wurde damit ermächtigt, beim Amtsgericht die Aufhebung des Insolvenzverfahrens zu beantragen. Durch den Senatsbeschluss wird das Konkursverfahren mit der Folge der sofortigen Entlassung von 70 Prozent der Mitarbeiter vermieden. Im Konkursfall könnten die Kassen Moabit umgehend das Budget streichen; das Land Berlin würde auf den Schließungskosten allein sitzen bleiben. Der Senat sieht die geordnete Schließung als preiswerter an. Allerdings meinte Frau Schöttler auch, dass die Abwicklungskosten schwer bezifferbar sind, da sie von der Auslastung der Klinik bis März und von der Zahl der vermittelbaren Beschäftigten abhängt. "Die Kassen haben nicht säumig gezahlt, das Krankenhaus Moabit hat unwirtschaftlich gearbeitet", sagte Frau Schöttler. Sie gab die Zahl der Mitarbeiter mit 1100 plus 130 Auszubildende an; der Abschluss der Ausbildung werde garantiert. Rund 250 Mitarbeiter seien bereits an andere Häuser vermittelt worden, 400 hätten anderweitige Angebote.

Frau Schöttler verwies auf eine Arbeitsgruppe ihrer Verwaltung zur Zukunft des des Standortes Moabit unter Leitung ihres Staatssekretärs Werner Dopatka. Man sei bemüht, auf dem Klinikgelände einen Gesundheitsstandort mit Ärzten zu errichten. Hierüber sei man mit potenziellen Investoren intensiv im Gespräch. Es gebe Bedarf etwa für die Nachsorge für Krebspatienten, für Rehabilitation und eine Pflegeeinrichtung für Parkinson-Patienten.

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