Berlin : Krankenpfleger wegen Missbrauchs junger Patientinnen verurteilt

Berlin - Es geschah in der Personaldusche, in einem Patienten- und auch im Dienstzimmer: Charité-Mitarbeiter Thomas B. missbrauchte zwei damals 19 und 23 Jahre alte Patientinnen. Lange hatte der Pfleger das bestritten. Unter Tränen beteuerte er zu Prozessbeginn seine Unschuld. Nach der Befragung von Zeugen und Gutachtern aber sah es schlecht für ihn aus. B. gestand drei Übergriffe. Das Landgericht verurteilte den 34-Jährigen am Donnerstag zu zwei Jahren Haft auf Bewährung. Zudem sollen die Opfer je 5000 Euro Schmerzensgeld bekommen.

Es waren junge Frauen mit Missbrauchserfahrungen in ihrer Kindheit. Sie waren wegen Persönlichkeitsstörungen in der Klinik. Thomas B. behauptete in seinem knappen Geständnis, er habe nicht erkannt, dass sie die sexuellen Handlungen nicht wollten. Der Pfleger sei ohne jede Vorbildung auf die psychiatrische Station gekommen, argumentierte sein Verteidiger. Er habe sich zu den Patientinnen gesetzt, sei „locker, distanzlos, unprofessionell“ aufgetreten und „durch Unerfahrenheit in etwas hineingestrauchelt“.

Das Gericht hielt dem entgegen: „Die Opfer konnten ihren Widerstandswillen aufgrund ihrer Erkrankung nicht geltend machen.“ B. wurde des Missbrauchs von Kranken in Einrichtungen unter Ausnutzung eines Betreuungsverhältnisses in drei Fällen schuldig gesprochen. Die Anklage war zunächst davon ausgegangen, dass er sich Anfang 2006 an vier Patientinnen vergangen hatte. Ein Teil der Vorwürfe wurde jedoch fallen gelassen. K.G.

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