Krankheiten und Suizid : Gefängnisse in Berlin: Schon vier Tote in 2015

Vier Menschen sind im ersten Halbjahr 2015 in Berliner Gefängnissen gestorben. Die Zahl liegt deutlich über den Vorjahren. Der Abgeordnete Dirk Behrendt (Grüne) spricht von einer "schlechten Entwicklung."

Jörn Hasselmann
Ein videoüberwachter Innenhof in der JVA Moabit.
Ein videoüberwachter Innenhof in der JVA Moabit.Foto: Bernd Settnik/dpa

Im ersten Halbjahr dieses Jahres starben vier Menschen im Gefängnis, drei davon durch Krankheit, einer durch Suizid. Diese Zahlen nannte die Justizverwaltung jetzt auf eine Anfrage des grünen Abgeordneten Dirk Behrendt. Zudem gab es, wie berichtet, im Juli den Suizid eines Untersuchungshäftlings in der JVA Moabit. „Mit vier Toten im ersten Halbjahr und dem Suizid im Juli haben wir nach nur sieben Monaten bereits den Jahresdurchschnitt erreicht“, sagte Behrendt: „Das ist eine schlechte Entwicklung.“ Der Abgeordnete kümmert sich seit vielen Jahren um das Thema Suizid hinter Gittern. Nach Angaben der Justizverwaltung gab es im ersten Halbjahr zudem neun Suizidversuche in den Berliner Gefängnissen.

Unterdessen ist einer der ältesten Gefangenen Tegels, der 74-jährige Sicherungsverwahrte Herbert K. in der vergangenen Woche in ein Krankenhaus gebracht worden. Die Justiz bestätigte Angaben von Mitgefangenen. K. war die vergangen 45 Jahre fast vollständig eingesperrt. Eine Ehefrau hatte er erstochen, eine weitere erschossen. Zudem starb ein Mitgefangener nach einem Streit mit dem Österreicher.

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