Berlin : Krawalle am 1. Mai: Vier Fahndungsplakate mit Steinewerfern

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Mit Fahndungsplakaten sucht die Polizei jetzt 85 Männer und Frauen, die am 1. Mai am Mariannenplatz in Kreuzberg Steine auf Polizisten geworfen haben. Die Fotos stammen aus Videoaufzeichnungen, die die Polizei während der Ausschreitungen angefertigt hat. Für die Identifizierung der Verdächtigen setzte der Polizeipräsident eine Belohnung von 1000 Mark pro Person aus - insgesamt stehen 85 000 Mark zur Verfügung. Allerdings rechnen die Ermittler nicht damit, alle 85 Gesuchten auch identifizieren zu können. Am Rande einer Pressekonferenz der Polizei hieß es gestern, man gehe davon aus, etwa zehn Prozent der Abgebildeten ausfindig machen zu können.

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Bilder des Tages: Kundgebungen am Tag, Randale in der Nacht Wochenlang wertete eine sieben Beamte starke Arbeitsgruppe des polizeilichen Staatsschutzes die Polizeivideos vom 1. Mai aus, verglich die Bilder der Steinewerfern mit denen bereits Festgenommener und wurde auch in fünf Fällen fündig. Unter den über 300 auf dem Mariannenplatz zunächst eingeschlossenen und später festgenommenen Menschen waren ein Hesse, ein Bayer, ein Hamburger, ein Berliner und ein weiterer, dessen Herkunft lediglich als aus dem "außereuropäischen Ausland" stammend angegeben wurde, die anhand der Videos als Steinewerfer identifiziert wurden. Gegen sie wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

Es ist das erste Mal, dass die Polizei in einer derartigen Größenordnung bei einer Öffentlichkeitsfahndung auf ihr eigenes Videomaterial zurückgreift. Vor der Veröffentlichung der Fahndungsbilder wurde in jedem einzelnen Fall die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die sich jeweils die Zustimmung eines Richters einholte.

Insgesamt 16 000 Fahndungsplakate hat die Polizei drucken lassen, die gestern aufgehängt wurden. Die Bilder sind aber auch im Internet zu sehen.

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