KREBS IN BERLIN : Fakten und Zahlen

Erkrankte.

Rund 15 500 Berliner erkranken jährlich neu an Krebs. Jedes Jahr sterben etwa 8000 Hauptstädter an einem Tumor, das entspricht etwa einem Viertel aller Todesfälle. Bösartige Neubildungen sind damit nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Berlin. Die drei häufigsten Krebsarten bei den Berlinerinnen sind Brust-, Darm- und Lungenkrebs. Und bei den Berlinern: Lungen-, Prostata- und Darmkrebs.

Versorgung. 2006 wurden nach Senatsangaben in den Krankenhäusern knapp 72 000 Krebsfälle behandelt – rund 17 000 Patienten wurden operiert. Krebs wird häufig auch ambulant behandelt. Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) versorgen rund 255 onkologische Mediziner in 190 Berliner Arztpraxen regelmäßig Krebspatienten. Darunter sind 19 onkologische Schwerpunktpraxen, in denen 31 Mediziner arbeiten. Im Jahr 2005 wurden nach Angaben der KV mehr als 30 000 Tumorpatientenambulant behandelt, damit ist die Zahl seit 1992 um das Fünffache gestiegen; über 5000 Kranke erhielten 2005 eine ambulante Chemotherapie.

Behandlungsarten. Nach wie vor werden die meisten Krebspatienten mittels einer Operation behandelt. Bei manchen, weit fortgeschrittenen Krebsarten ist aber die Kombination einer Chemo- und einer Strahlentherapie ebenso erfolgreich wie eine Operation, sagen Fachärzte. Das gelte zum Beispiel für die relativ seltenen Karzinome an der Speiseröhre oder an der Bauchspeicheldrüse. Und es gebe laufend neue Hoffnung. Eine Chemotherapie zum Beispiel sei schon lange nicht mehr nur eine Rosskur – auch wenn natürlich die Arzneien Zellgifte bleiben. Bei den neuen Medikamenten hielten sich die Nebenwirkungen aber in Grenzen. Und Forscher arbeiteten an einer neuen Generation „Chemo“, die nicht nur wie bisher, die Teilung der Krebszellen und damit das Wachstum des Tumors behindere, sondern die bösartigen Zellen schneller absterben lasse. Und es werden neue und gewebeschonendere Bestrahlungsverfahren entwickelt. Schließlich gehe der Trend bei den „Massentumoren“, also den häufigen Krebsarten wie Brust-, Prostata- oder Darmkrebs, zu einer an die Operation angeschlossenen Chemo- oder Strahlentherapie, die die Heilungschancen noch einmal erhöhen.

Kosten. Durchschnittlich kostet eine Krebsbehandlung in einer Praxis etwa 2500 Euro, eine stationäre Therapie in einem Krankenhaus etwa 4000 Euro. I.B.

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