Berlin : Krenz-Anwalt verteidigt Kaufmann Der Berliner Robert Unger will

den Schauspieler freibekommen

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Der zu 15 Jahren Gefängnis verurteilte Schauspieler Günther Kaufmann hat einen neuen Strafverteidiger. Gestern Nachmittag übernahm der Berliner Rechtsanwalt Robert Unger nach einem Besuch im Gefängnis Tegel das Mandat. Am Donnerstag hatte sich der Schauspieler, wie berichtet, von den Münchner Starjuristen Steffen Ufer (Kanzlei Bossi) und Nikolaus Koehler nach heftigem Streit getrennt. Unger will sich jetzt bei der Staatsanwaltschaft um eine kurzfristige Haftentlassung Kaufmanns („BerlinAlexanderplatz“) bemühen. Dazu sprach er gestern erstmals mit der zuständigen Staatsanwältin.

Der 56-jährige Schauspieler hatte gestanden, im Februar 2001 seinen Freund und Steuerberater Hartmut Hagen in München getötet zu haben. Dass dieses Geständnis offensichtlich falsch war, kam erst heraus, als vor drei Wochen in Berlin drei Männer festgenommen wurden, die ihrerseits die Tötung Hagens gestanden haben. Wie berichtet, will auch die Staatsanwaltschaft in München den Prozess neu aufrollen. Im Herbst 2002 hatte sich Kaufmann vor Gericht stark in Lügen verstrickt, weil er seine mittlerweile verstorbene Frau schützen wollte. Verurteilt wurde er dann wegen des Geständnisses und seiner am Tatort gefundenen Fingerabdrücke. Der Münchener Oberstaatsanwalt Boie sagte dem Tagesspiegel, dass die Abdrücke nur auf eine gewisse zeitliche Nähe der Anwesenheit Kaufmanns schließen lassen: „Er war vor oder nach der Tat in der Villa, aber nicht während der Tat.“

Kaufmanns bisheriger Anwalt Koehler sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass er und sein Kollege das Mandat niedergelegt hätten, weil Kaufmann seine Geschichte „für 10 000 Euro an die Bild-Zeitung verkauft“ habe und „die Zeitung ihm neue Anwälte besorgen“ wolle. Gegenüber dem Tagesspiegel dementierte Robert Unger dies: „Definitiv falsch“. Der stellvertretende Bild-Chefredakteur Tom Drechsler sagte, dass seine Zeitung keinen Vertrag mit Kaufmann habe, kein Geld geboten und dem Schauspieler auch keine Anwälte besorgt habe. Der Axel-Springer-Verlag gehe jetzt juristisch gegen die Behauptungen der Anwälte vor. Unger hatte zuletzt den Ex-DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz verteidigt. Ha

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