Berlin : Kreuzberg gewinnt Gemüsekrieg

Helge war vorbereitet. Mit einem Helm auf dem Kopf und einem Schutzschild in der Hand stand der Kreuzberger da – fertig zur Wasser- und Gemüseschlacht. Mitgebracht hatte er ein paar Königsberger Klopse und noch mehr Wasserbomben. Auf dem Rücken seines T-Shirts war der Grund des Aufzugs schwarz auf weiß zu lesen: „36 Mal besser als Friedrichshain.“ Zwar war die traditionelle Wasserschlacht zwischen Kreuzberg und Friedrichshain aus Sicherheitsgründen von den Organisatoren abgesagt worden, dennoch fanden sich am Sonntag auf beiden Seiten der Oberbaumbrücke etwa 200 Unermüdliche wie Helge ein. Mit Wasser, Mehl oder verfaultem Gemüse wollten sie sich duellieren und so auf ironische Weise gegen die Zusammenlegung von Kreuzberg und Friedrichshain protestieren.

Lange Zeit aber verhinderten knapp 200 Einsatzkräfte der Polizei die für 12 Uhr geplante Schlacht. Erst nachdem sich einige Friedrichshainer mit der U-Bahn zum Schlesischen Tor geschlichen hatten und es dort zu handfesten Auseinandersetzungen gekommen war, entschieden sich die Beamten gegen 13.30 Uhr, die Brücke für die Schlachtwütigen zu sperren. Das dortige Gemüse- und Wasserduell dauerte etwa eine halbe Stunde. Dann hatte Kreuzberg erstmals in der Geschichte der Schlacht Friedrichshain von der Brücke verdrängt. ks

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