Kreuzberg : Polizei erneut von aufgebrachter Menge bedroht

Den zweiten Tag in Folge sind am Mittwoch Polizeibeamte im Berliner Stadtteil Kreuzberg von einer aufgebrachten Menschenmenge bedroht worden. Die Polizisten wollten einen 15-Jährigen in der Naunynstraße festnehmen.

Berlin - Der Junge wurde verdächtigt, an einem Auto alle vier Reifen zerstochen zu haben, teilte ein Polizeisprecher am Donnerstag mit. Der Jugendliche habe sich in einer Gruppe von etwa 30 Altersgenossen aufgehalten, die den Beamten provozierend gegenübergetreten sei. Als die herbeigerufene Verstärkung zu hören gewesen sei, habe der 15-Jährige allerdings die Flucht angetreten. Er sei kurz darauf aufgegriffen worden.

Laut Polizei versuchten Jugendliche sofort, zu dem Streifenwagen vorzudringen, in den der Festgenommene gesetzt worden war. Die Beamten hätten die Gruppe zurückgedrängt, so dass das Fahrzeug habe wegfahren können. Erst nachdem das Auto mit den zerstochenen Reifen abgeschleppt worden sei, habe sich die Lage beruhigt.

Beamte waren bereits am Dienstag in der Naunynstraße nach einer Festnahme von einer Gruppe bedroht und beschimpft worden. Mehrere Besucher umliegender Lokale hatten laut Polizei Beamte unter anderem bespuckt und lautstark gefordert, die "Bullen" zu töten. Ein 24-Jähriger hatte ein Klappmesser gezogen und die Polizisten bedroht. Erst nach mehrfacher Androhung des Schusswaffengebrauchs hatte sich die Menge aufgelöst. Der 24-Jährige und ein 26-Jähriger waren festgenommen worden. (tso/ddp)

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