Kreuzberg : Senat will Türkiyemspor Trainingsplatz verschaffen

Seit seiner Gründung 1978 hat der Fußballklub Türkiyemspor keine feste Bleibe, weil angeblich alle Sportanlagen in Kreuzberg belegt sind. Nun will sich Innensenator Körting für den Verein stark machen - und hat einen Sportplatz in Lichtenberg im Blick.

Sabine Beikler
Türkiyemspor
Ein festes Klubhaus hat Türkiyem - in der Admiralstraße. -Foto: Rückeis

Der Berliner Senat will dem türkischen Fußballverein Türkiyemspor helfen, eine feste Sport- und Trainingsstätte zu finden. „Wir stehen im Gespräch, ob der Verein einen Sportplatz in Lichtenberg in der Kynaststraße nutzen kann“, sagte am Donnerstag Innen- und Sportsenator Ehrhart Körting (SPD) im Abgeordnetenhaus. Zurzeit erhebe seine Verwaltung „grobe Schätzungen“, wie teuer eine Instandsetzung der Anlage wäre. In Kreuzberg gebe es derzeit keine geeignete Sportanlage für den in diesem Bezirk ansässigen Fußballklub. Der Senat sei bereit, Türkiyemspor „in allen Belangen“ zu unterstützen. Langfristig müsse man überlegen, ob Türkiyemspor auf dem Tempelhofer Feld oder auf der Fläche des Gleisdreiecks untergebracht werden könne.

Körting sagte, dass die Unterbringung des Vereins, der eine „beispielhafte Vereinsarbeit unter integrationsfördernden Aspekten“ leiste, primär eine bezirkliche Aufgabe sei. „Diese ist nicht zufriedenstellend gelöst. Deshalb werden wir bei der Lösung des Problems helfen“, sagte Körting. Er kritisierte, die Grünen im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hätten „permanent neue Sportanlagen in Kreuzberg“ wie auf dem Gleisdreieck verhindert. Deshalb könne der „Schwarze Peter“ nicht an den Senat weitergegeben werden.

Seit Jahren hat der 1978 gegründete türkische Fußballverein Türkiyemspor keine feste Bleibe. Zurzeit nutzt der in der Regionalliga, der vierthöchsten deutschen Liga, spielende Verein mehrere Sportanlagen: das Kreuzberger Katzbachstadion, das Sportforum in Hohenschönhausen und den Jahnsportpark in Prenzlauer Berg. Vereinspräsident Celal Bingöl warf, wie berichtet, der Politik „Rassismus“ vor, weil sie den Verein nicht bei der Suche eines geeigneten Quartiers unterstütze.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben