Berlin : Kreuzberg tanzt über den Asphalt

5000 Akteure beim Karneval der Kulturen zu Pfingsten erwartet.

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Tierisch gut drauf. Bunt kostümiert zieht die Parade bald durch Kreuzberg. Foto: ddp
Tierisch gut drauf. Bunt kostümiert zieht die Parade bald durch Kreuzberg. Foto: ddpFoto: ddp

Wie typisch ist der Karneval der Kulturen doch für Berlin: Kein seit Jahrhunderten verankertes, winterliches Megabesäufnis mit kirchlicher Duldung wie in Köln, sondern ein farbenprächtiges Spektakel, eine Feier des Lebens und der Berliner Vielfalt zu Pfingsten, wenn auch nicht immer bei schönem Wetter. Die Macherinnen von der Werkstatt der Kulturen haben jetzt das Programm des 17. Karnevals vorgestellt: Rund 5000 Akteure in 96 Gruppen sind am Pfingstsonntag dabei. Die Zahlen sind seit Jahren ähnlich, der Karneval hat relativ schnell nach der Premiere 1996 seine heutige Größe und Beliebtheit erreicht, ein weiteres Wachstum stößt an logistische Grenzen.

Die Akteure nehmen viele Mühen auf sich, um ihre (selbst finanzierten) Wagen auf die „Mutter aller Bühnen“, die Straße, zu schicken – was 2011 erstmals Unmut verursachte, weil die langjährige Eröffnungstruppe Afoxé sich die Teilnahme nicht mehr leisten konnte. Der Vorwurf „kommerziell“ wurde laut. Teilnahmegebühren werden zwar nicht erhoben, aber der Aufwand, die Wagen zu schmücken, wird offenbar jedes Jahr größer. Trotzdem machen auch dieses Jahr rund 20 neue Gruppen mit, darunter viele aus dem asiatischen Raum sowie eine Seniorengruppe aus Friedrichshain-Kreuzberg mit einer Performance in Commedia- dell’arte-Kostümen. Ferner ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, erstmals werden 50 freiwillige „Trennmeister“ die Besucher ermuntern, auch im größten Tanzrausch die Müllsortierung nicht zu vergessen.

Besucher der Parade am 27. Mai und des Straßenfests am Halleschen Tor vom 25. bis 28. Mai sollten beachten: An der U-Bahnlinie 1 wird gebaut. Es gibt zwar einen Ersatzverkehr zwischen Gleisdreieck und Möckernbrücke, doch die Busse werden sicherlich im Stau stecken. Zudem muss aus Richtung Westen ab Wittenbergplatz bis Gleisdreieck die U2 genutzt werden. Wer gut zu Fuß ist, kann von hier aus laufen, wer nicht, sollte mit der U6 und U 7 anreisen.

Und die Sache mit dem Regen? Kein Problem, wir sind schließlich in Berlin. Nadja Mau vom Karnevalbüro bringt es auf den Punkt: „Bei gutem Wetter erwarten wir 700 000 Besucher, bei schlechtem einen weniger.“ Udo Badelt

Weitere Informationen unter

www.karneval-berlin.de

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