Berlin : Kreuzberger Staustellen sind lang

In der Gneisenaustraße ruhen die Arbeiten, in der Gitschiner ziehen sie sich hin. Doch nun soll die Warterei bald ein Ende haben

Klaus Kurpjuweit

Es geschehen doch noch Wunder in Kreuzberg: Am Montag sollen auf der Gneisenaustraße die Straßenbauarbeiten fortgesetzt werden. Seit Anfang Juli stehen die Autofahrer auf der wichtigen Ost-West-Verbindung auf der einzig verbliebenen Spur Richtung Mehringdamm meist im Stau. Seit Anfang September haben sie dabei auch ausreichend Zeit, auf eine verwaiste Baustelle ohne Bagger und Arbeiter zu sehen. Eine Panne im Bezirksamt hat die Fertigstellung wochenlang aufgehalten. Deswegen musste selbst die Strecke des Berlin-Marathons auf die andere Richtungsspur verlegt werden.

Zunächst hatten dort die Wasserbetriebe zwischen der Solmsstraße und der Nostitzstraße die Straße aufgerissen, um neue Rohre zu legen. Nach Abschluss dieser Arbeiten ließen die Wasserbetriebe die Grube wieder zuschütten. Die Fahrbahn sollte dann unter der Regie des Bezirksamtes neu gebaut werden. Es sei üblich, die Arbeiten so aufzuteilen, sagte der Sprecher der Wasserbetriebe, Stephan Natz.

Bei der Ausschreibung für die Arbeiten an der Fahrbahn habe es allerdings eine Panne im Bezirksamt gegeben, sagte eine Mitarbeiterin. Das Verfahren habe nach dem Einspruch einer unterlegenen Baufirma wiederholt werden müssen. Deshalb tat sich auf der Baustelle wochenlang gar nichts mehr. Am Montag würden die Arbeiten aber wieder aufgenommen; in vier Wochen sollen sie dann endgültig beendet sei. Erneuert wird nicht nur der Bereich, den die Wasserbetriebe aufgerissen haben, sondern die gesamte Fahrbahn.

Im Berliner „Tempo“ gehen nach einem Rohrbruch Anfang August auch die Arbeiten an der benachbarten Ost-West-Verbindung auf der Gitschiner Straße voran, die zwischen der Prinzenstraße und dem Kottbusser Tor Richtung Schlesisches Tor weiterhin gesperrt ist. Vorübergehend waren sogar beide Fahrtrichtungen dicht. Hier lagen nach Angaben von Natz noch Rohre aus der Anfangszeit der Kanalisation – mit englischen Maßen. Der Anschluss an die Rohre mit deutschen Normen sei besonders schwierig gewesen. Zudem habe heftiger Regen einen Mischkanal demoliert, dessen Abwasser die zum Teil bereits liegenden Trinkwasserrohre unbrauchbar gemacht habe. Sie mussten erneut ersetzt werden. Nun gibt es mal wieder einen neuen Termin: Am 9. November sollen die Arbeiten endgültig abgeschlossen sein.

Wer sich über den Stand dieser Bauarbeiten auf der „aktuellen“ Internetseite der Verkehrsmanagement-Zentrale (VMZ) informieren will, hat auch mal wieder Pech: Die seit Monaten vorhandene Baustelle auf der Gneisenaustraße taucht bei der VMZ gar nicht auf, und für die Gitschiner Straße gibt sie eine Sperrung Richtung Mehringdamm an, obwohl dort die Straße frei ist. Die Angaben für die Internetseite der privat organisierten VMZ kämen von der behördlichen Verkehrslenkung Berlin (VLB), heißt es dazu bei der VMZ. Auch auf der Seite der Verkehrslenkung kennt man die Baustelle auf der Gneisenaustraße nicht, die es nach den ursprünglichen Planungen auch gar nicht mehr geben dürfte. Dafür ist die Sperrung auf der Gitschiner Straße immerhin richtig angegeben. Kaum ein Trost für staugeplagte Autofahrer.

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