• Kreuzberger Veranstaltungsarena : Tempodrom scheitert mit Einspruch gegen Hotelprojekt

Kreuzberger Veranstaltungsarena : Tempodrom scheitert mit Einspruch gegen Hotelprojekt

Die Betreiber des Tempodroms haben sich gegen die Genehmigung eines Hotels in ihrer Nachbarschaft gewehrt, weil sie Einschränkungen ihrer Konzerte und Events befüchten. Alles kein Problem, findet das Verwaltungsgericht.

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Kein Lärmproblem. Das Verwaltungsgericht glaubt, dass sich das Tempodrom mit einem Hotel in der Nachbarschaft verträgt.Foto: Rückeis

Das Tempodrom am Anhalter Bahnhof will nicht das Schicksal mancher Berliner Clubs erleiden und seinen Veranstaltungsbetrieb einschränken müssen, weil neue Nachbarn sich vom Lärm gestört fühlen. Deshalb gingen die Betreiber bereits im vorigen Jahr gerichtlich gegen die Baugenehmigung des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg für ein Hotel im benachbarten alten Postgebäude an der Halleschen Straße vor.

Erst jetzt hat das Berliner Verwaltungsgericht in dem Eilverfahren einen Beschluss gefasst: Die Beschwerde wurde zurückgewiesen, weil die Richter keinen Anlass zur Sorge sehen. Die Baugenehmigung für das Hotel schreibe dort Lärmschutzmaßnahmen vor, hieß es, unter anderem müssten Schallschutzfenster eingebaut werden. Damit könnten auch abendliche Konzerte und andere Veranstaltungen im Tempodrom wie gewohnt stattfinden.

Tempodrom-Geschäftsführer Mike Keller sagte, es sei gar nicht um die Verhinderung des Hotelprojekts, sondern nur um den Lärmschutz gegangen. Das „Crowne Plaza“-Hotel mit 332 Zimmern soll Ende Dezember im denkmalgeschützten ehemaligen Postamt aus den 30er Jahren eröffnen, das zuletzt leer stand. Der Umbau läuft bereits, weil die gerichtlichen Schritte keine aufschiebende Wirkung hatten.

Gegen die Entscheidung ist eine Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht möglich. Doch es scheint auch eine andere Lösung in Sicht: Laut Keller läuft seit Längerem ein Mediationsverfahren, das zu einem Kompromiss führen soll.

Der Tempodrom-Chef zeigt sich zuversichtlich: „Wir freuen uns auf das Hotel“, es sei eine Bereicherung und belebe die Gegend.

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