• Kreuzbergs vorbildliche Bewohner Wie türkische Blätter über den Besuch von Claudia Roth in Kreuzberg berichten

Berlin : Kreuzbergs vorbildliche Bewohner Wie türkische Blätter über den Besuch von Claudia Roth in Kreuzberg berichten

Suzan Gülfirat

Am Dienstag besuchte Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen, die Bewohner des Wrangelkiezes im türkischsten Teil von Berlin. Die deutschen Zeitungen brachten über die „Tour von Frau Roth durch den Bezirk Kreuzberg“ (Hürriyet) bestenfalls eine größere Meldung. Die türkischen Blätter behandelten die Geschichte so, als sei ein türkischer Staatsgast durch den Bezirk spaziert, der den Beinamen Klein-Istanbul trägt. „Roth: Die Türken hier sind eine vorbildliche Gemeinschaft“, titelte die Tageszeitung Türkiye zu ihrem bebilderten Aufmacher auf der Titelseite am Mittwoch. Außerdem füllten die Zeitungen beinahe die gesamte Europa-Seite im Innenteil mit den Einzelheiten dieses Besuchs. „Roth konnte sehen, wie gut integriert die Türken sind, die immer wieder Zielscheibe von Vorurteilen werden.“ Aber auch die Berichte in den anderen Zeitungen wirkten auf den Leser so, als wollten die Blätter eine Botschaft vermitteln. „Roth brachte in Berlin Feinde zum Platzen“, titelte die liberale Milliyet. Um zu erklären, was sie damit meint, zitierte die Zeitung den Attaché für Religiöse Angelegenheiten, Ziya Ersin: „Es stimmt nicht, dass es zwischen den beiden Gruppen eine Mauer gibt. Kreuzberg ist ein Beispiel dafür, wie Türken und Deutsche in Frieden zusammen leben können.“

Die Hürriyet zeigte auf der ersten Seite ihrer Europa-Beilage ein Foto, auf dem Claudia Roth die heilige Schrift der Muslime studiert. „Nach der 45-minütigen Unterredung hat ihr Attaché Ziya Ersin einen zweisprachigen Koran, in Deutsch und Arabisch, geschenkt.“ Insgesamt fünf Vereine besuchte die Politikerin und die Hürriyet begleitete sie überall- hin. „Unterwegs kam sie an einem Gemüseladen vorbei, zeigte auf den Spinat und sagte, daraus kann man leckeren Börek backen.“ Die Türkiye zitierte zum Schluss den Mädchenverein Rabia : „Wir würden uns freuen, wenn uns die Politiker öfter besuchen könnten. Dadurch nehmen die Vorurteile uns gegenüber ab und die Öffentlichkeit kann sehen, wie integriert wir sind.“

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