Berlin : Kriegsbombe in Potsdam wird entschärft

Potsdam - Wegen der für den heutigen Freitag angekündigten Bombenentschärfung im Potsdamer Stadtteil Am Stern müssen sich Berufspendler auf Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen. So ist die Großbeerenstraße als wichtige Verbindung vom Süden Berlins sowie Teltow und Stahnsdorf nach Potsdam zwischen Gagarin- und Steinstraße ab 7.30 Uhr voll gesperrt, Straßenbahnen und Busse dürfen den Sperrkreis ebenfalls ab 7.30 Uhr bis zum Ende der Entschärfung nicht durchfahren. Die Nuthestraße wird jedoch nicht gesperrt, auch der Bahnhof Medienstadt liegt außerhalb des Sperrkreises.

Für die Entschärfung des US-amerikanischen 250-Kilogramm-Sprengkörpers müssen insgesamt 10 500 Menschen ihre Häuser verlassen. Es ist die drittgrößte Evakuierungsaktion wegen eines Bombenfundes in der Geschichte der Landeshauptstadt. Von zwei Bombenfunden im Stadtteil Zentrum-Ost waren 2006 jeweils knapp 12 000 Menschen betroffen. Wegen der großen Zahl von Betroffenen könne es mehrere Stunden dauern, bis der Sperrkreis geräumt ist, sagte ein Stadtsprecher. Der genaue Zeitpunkt der Entschärfung ist demnach unklar. Nach früheren Erfahrungen ist mit einer Freigabe des Sperrkreises jedoch frühestens gegen Mittag zu rechnen.

Die Bombe im Plattenbaugebiet Am Stern wurde auf einem Privatgrundstück entdeckt. Der Eigentümer hatte nach Angaben eines Stadtsprechers schon längere Zeit von der möglichen Existenz des Sprengkörpers gewusst. Durch die Schäden nach einer Bombensprengung in München Ende August aufgeschreckt, habe der Mann den Kampfmittelbeseitigungsdienst mit der Munitionssuche beauftragt. In München hatten nach der Detonation mehrere Häuser gebrannt, Gebäudeteile waren auf die Straße gestürzt. Dabei entstanden Schäden in Millionenhöhe. pee

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