Berlin : Kriegsgegner machen mobil

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Der mögliche Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan bringt die Friedens-Aktivisten auf die Straße. Die "Schüler gegen den Krieg" protestieren schon heute. Sie wollen am Morgen am ICC vor der Betriebsversammlung der Telekom Flugblätter verteilen. "Das haben wir letzte Woche schon mal bei der BVG gemacht", sagte ein Vertreter der Schüler-Friedensgruppe. "Die Idee ist: Kinder gehen zu ihren Eltern und fordern sie auf, ebenfalls gegen den Krieg aktiv zu werden."

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Zum Beispiel am morgigen Sonnabend: Um 13 Uhr beginnt am Hermannplatz eine Demonstration gegen den Krieg und eine weitere Liberalisierung im Welthandel. Wobei die Verknüpfung dieser beiden Stoßrichtungen weniger eine theoretische, denn eine zufällige ist: Von heute bis zum Dienstag findet in Katar die Ministerkonferenz der Welthandelsorganisation WTO statt. Da Demonstrationen dort nach Angaben von Globalisierungskritikern praktisch nicht möglich sind, haben sie Sonnabend, den 10. November, schon vor längerer Zeit zum weltweiten Aktionstag gegen die neoliberale Globalisierung ausgerufen. Seit Beginn der Angriffe auf Afghanistan sei der Aufzug ausdrücklich auch als Anti-Kriegs-Demo geplant worden, sagt die Sprecherin der Berliner Friedenskoordination, Laura von Wimmersperg. Angesichts der nun konkret geplanten Beteiligung der Bundeswehr an den Einsätzen erwartet Wimmersperg jetzt rund 10 000 Teilnehmer. Die Demonstration soll um 16 Uhr am Frankfurter Tor enden. Zur ersten großen Protestdemonstration gegen die amerikanische Kriegführung waren am 13. Oktober zwischen 20 000 und 30 000 Menschen in Berlin auf die Straße gegangen.

Die nächste große Aktion der Friedensbewegung wird dann am Vorabend der Entscheidung des Bundestages über den Einsatz deutscher Soldaten stattfinden. Mit ihr wird für Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche gerechnet. Am "Tag X minus 1" - also vermutlich dem Dienstag oder Mittwoch - wollen die Kriegsgegner sich um 18 Uhr auf dem Pariser Platz treffen, um die Abgeordneten zur Ablehnung des Bundeswehreinsatzes aufzufordern.

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