• Kriminalität auch in diesem Jahr gesunken Zahl der Gewalttaten ist aber unverändert hoch

Berlin : Kriminalität auch in diesem Jahr gesunken Zahl der Gewalttaten ist aber unverändert hoch

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Die Kriminalität ist auch in diesem Jahr weiter gesunken – um rund drei Prozent. Insgesamt wurden rund 547 000 Straftaten in Berlin registriert, teilte Polizeipräsident Dieter Glietsch mit. Getrübt wird die positive Bilanz allerdings durch die unverändert hohe Gewaltkriminalität: Über 62 000 Taten wurden bis November angezeigt. Unzufrieden ist der Polizeichef, weil es in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, die Zahl der Körperverletzungen zu senken. 1500 bis 1600 Delikte sind es jährlich.

„Gewaltkriminalität wie Raub und Körperverletzung ist nach wie vor zum großen Teil Jugendkriminalität“, sagte Glietsch. Er äußerte sich beunruhigt darüber, dass der Anteil ausländischer Täter überproportional hoch sei und bei der Jugendgruppengewalt sogar bis zu 50 Prozent betrage. Viele hätten keinen Schulabschluss, keinen Arbeitsplatz, seien ohne Beschäftigung und stammten aus sozial benachteiligten Familien: „Gute Bildungspolitik und Ausbildungsplätze sind auch Sicherheitspolitik, um Jugendliche vor dem Abgleiten in die Kriminalität zu bewahren“, sagte der 57jährige Polizeipräsident.

Positiv beurteilte er das im vergangenen Jahr eingeführte gemeinsame Konzept von Polizei und Staatsanwaltschaft gegen Intensivtäter. 286 Jugendliche und Heranwachsende gelten laut Glietsch als Intensivtäter und stehen unter besonderer Beobachtung. Die Zahl der Haftbefehle sei dadurch deutlich gestiegen. Als Intensivtäter gilt, wer beispielsweise durch eine hohe Zahl an Straftaten auffällt und bei dem damit zu rechnen ist, dass er auch weiter kriminell sein wird. Für diese Täter sind dann immer dieselben Kriminalbeamten und Staatsanwälte zuständig.

Gestiegen ist die Zahl der Straftaten beim Internetbetrug und beim Diebstahl aus Autos. Besonders begehrt seien bei Serientätern wertvolle Navigationsgeräte. Gesunken sind Glietsch zufolge dagegen die Deliktzahlen unter anderem bei Sexualtaten, Wohnungseinbrüchen und Sachbeschädigungen.dpa/weso

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