Kriminalität : Einbruchsserie an Schule in Charlottenburg

Achtmal wurde in den Sommerferien nachts in die Poelchau-Oberschule in Berlin-Charlottenburg eingebrochen. Die Polizei konnte nicht helfen, nun hat die Schule einen Wachschutz engagiert. Der kostet das Bezirksamt 3000 Euro im Monat.

Klaus Kurpjuweit

BerlinBisher war Neukölln bundesweit die Ausnahme beim Engagieren von Wachschützern vor Schulen. Jetzt hat Charlottenburg-Wilmersdorf nachgezogen und Wachleute beauftragt, die Poelchau- Oberschule zu schützen. Doch während in Neukölln die Wachleute tagsüber vor den Schulen stehen, um Übergriffe durch Schulfremde zu verhindern, sind sie im eher bürgerlichen Charlottenburg nachts unterwegs – um Einbrecher zu stellen.

Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU), der auch für die Schulgebäude zuständig ist, wusste sich nicht anders zu helfen. Acht Mal war in den Sommerferien bereits in die Poelchau-Oberschule am Halemweg in Charlottenburg-Nord eingebrochen worden, immer in der Nacht. Manchmal richteten die Täter „nur“ Sachschaden an und versprühten zum Beispiel den Inhalt von Feuerlöschern, bei anderen Einbrüchen stahlen sie aber auch Bildschirme und Computer. Der Schaden insgesamt sei beträchtlich, sagte Gröhler.

Hilfe von der Polizei sei nicht zu erhoffen gewesen. Deren Personalmangel sei bekannt. Die Polizei hat den Einsatz von Beamten nachts, wie berichtet, erheblich reduziert. Seitdem ist sie nur noch zwischen 6 Uhr und 22 Uhr voll besetzt.

Deshalb hat Gröhler mit Zustimmung des Bezirksamts beschlossen, die Poelchau-Oberschule durch einen Wachdienst schützen zu lassen. Das Bezirksamt lässt sich dies nun monatlich etwa 3000 Euro kosten. Die Wachschützer sind die ganze Nacht im Gebäude. Sie nur sporadisch vorbeizuschicken und damit Kosten zu sparen, hätte nach Ansicht von Gröhler nicht viel gebracht. Angesichts der bereits angerichteten Schäden seien die Aufwendungen aber zu vertreten, ist der Stadtrat überzeugt.

Ein Allheilmittel sind die Wachleute aber anscheinend nicht. Kurz nach ihrem Engagement gab es am vergangenen Wochenende erneut einen Einbruch – den neunten in den Ferien. Die Täter entkamen unerkannt. Klaus Kurpjuweit

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