Kriminalität in Berlin : Frank Henkel hatte keine Zeit für "Tagesthemen"

Frank Henkel soll mehrere Anfragen der ARD für ein Interview über innere Sicherheit abgelehnt haben. Nach der Explosion der Autobombe in der Bismarckstraße, fragte die ARD bei Michael Müller an.

Bodo Straub
Frank Henkel.
Frank Henkel.Foto: dpa

Termine, Termine – der volle Kalender von Innensenator Frank Henkel (CDU) war wohl der Grund, dass nicht er, sondern der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sich am Montag in den ARD-„Tagesthemen“ über „Kriminalität in Berlin“ äußerte. Müller nutzte, wie berichtet, die Gelegenheit, um Henkel bloßzustellen („dringend überfällig, dass der Innensenator zusammen mit anderen vor Ort die Dinge auch angeht“). Allerdings hatten die „Tagesthemen“ ursprünglich nicht mit Müller sprechen wollen, sondern mit Henkel, und zwar seit fast zwei Monaten.

Keine Alternativtermine

Bereits ab Mitte Februar hatte die Redaktion mehrmals bei Henkel angefragt. „Dieser Anfrage konnte aus terminlichen Gründen leider nicht entsprochen werden“, sagt ein Sprecher der Senatsinnenverwaltung – dabei sagt Christian Nitsche, Zweiter Chefredakteur bei ARD-aktuell, die Anfragen seien nicht an einen bestimmten Tag gebunden gewesen.

Zum dritten Mal sagte Henkel demnach am 11. März ab, ohne Alternativtermine anzubieten. Als kurz darauf die Autobombe in der Bismarckstraße explodierte, fragte die ARD bei Müller an. Henkel wurde gebeten, ein Kamera-Interview für den begleitenden Beitrag zu geben. Dafür hatte er offenbar auch keine Zeit und delegierte die Aufgabe an seinen Staatssekretär Bernd Krömer (CDU) – mit dem die ARD dann wohl ein Interview drehte, aber nicht sendete.

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