• Kriminalität in Berlin und Brandenburg: Potsdams Polizei ist erfolgreicher gegen Fahrraddiebe

Kriminalität in Berlin und Brandenburg : Potsdams Polizei ist erfolgreicher gegen Fahrraddiebe

Es werden immer mehr Fahrräder geklaut. Doch seit die Potsdamer Polizei die Soko "Hercules" gegründet hat, steigt die Zahl der aufgeklärten Fälle.

Ein gutes Schloss ist schon mal ein erster Schritt gegen Fahrraddiebstahl. Doch es hilft nicht immer.
Ein gutes Schloss ist schon mal ein erster Schritt gegen Fahrraddiebstahl. Doch es hilft nicht immer.Foto: dpa

„Die Zahl der Fahrraddiebstähle hat den Höchststand der vergangenen zehn Jahre erreicht.“ So steht es in der kürzlich veröffentlichten Kriminalstatistik für 2016. In zehn Jahren ist die Zahl der – angezeigten – Diebstähle von knapp 20.300 auf gut 34.400 gestiegen, vor allem in den vergangenen drei Jahren. Als Grund für diese Entwicklung nennt die Polizei den „ungebrochen hohen Stellenwert des Fahrrades als urbanes Verkehrsmittel“.

Diese Erklärung dürfte Opfer eines Diebstahls eher verärgern. Die Aufklärungsquote ist auf den Tiefststand der vergangenen zehn Jahre gesunken. Exakt 1203 Taten wurden aufgeklärt, dies sind genau 3,5 Prozent. 2009 waren es noch sechs Prozent. Wie berichtet, werden die Anzeigen nur noch gebündelt, verwaltet und dann eingestellt. Diebstahlsopfer bekommen nicht einmal mehr einen Einstellungsbescheid von der Justiz.

Wichtig: ein gutes Schloss und Abschließen an einem festen Gegenstand

Dass es besser geht, macht Potsdam vor. Dort war eine Soko „Hercules“ gegründet worden, benannt nach der Fahrradmarke. 2016 wurden in Potsdam 1836 Räder gestohlen – 105 weniger als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote ist sprunghaft angestiegen – von 7 auf fast 24 Prozent. So konnte „Hercules“ eine polnische Bande zerschlagen, die massenhaft Räder gestohlen hatte. Positiv soll sich auch auswirken, dass am Potsdamer Hauptbahnhof ein Fahrradparkhaus eröffnet wurde – hier wurde früher massenhaft geklaut. In Berlin gibt es immer noch kein Parkhaus.

Gegen Diebstahl empfiehlt die Berliner Polizei drei Dinge: 1.) Ein gutes Schloss. 2.) Das Abschließen an einen festen Gegenstand. 3.) Eine „Codierung“ durch die Polizei. Dazu gibt es regelmäßig Termine vor Polizeiwachen, in Einkaufszentren oder jetzt am Wochenende bei der Fahrradmesse. Die Daten des Fahrrades –wie zum Beispiel Hersteller, Farbe und Seriennummern – werden mit dem Namen des Eigentümers in einer Datei gespeichert.

Das Rad selbst bekommt einen individuell nummerierten Aufkleber mit der Aufschrift: „Finger weg – Dieses Rad ist codiert und registriert!“ Nach Polizeiangaben schreckt dieser schlecht ablösbare Sticker Diebe ab, da codierte Räder einen schlechteren Weiterverkaufswert haben und es „einen geringeren Tat-Anreiz“ gibt. Seit 2016 gibt es auf den Internetseiten der Polizei unter der Rubrik „Vermissen Sie Ihr Fahrrad?“ eine Sammlung von Bildern von Rädern, die bei Dieben oder Hehlern sichergestellt wurden.

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