Kriminalität : Kritik an privatem Wachschutz für Schulen

In gut zwei Wochen sollen erstmals private Wachschützer die Eingänge an Neuköllner Schulen kontrollieren. Bildungssenator Zöllner glaubt nicht daran, dass sich dadurch die Gewaltprobleme lösen lassen.

Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) hat sich ein weiteres Mal gegen das bundesweit einmalige Pilotprojekt, private Wachschützer an 13 Neuköllner Schulen einzusetzen, ausgesprochen. Er glaube nicht, dass Wachschutz vor Schulen eine Lösung des Gewaltproblems bringen könne, sagte Zöllner heute vor dem Berliner Abgeordnetenhaus. Der einzige Weg sei ein System von Prävention und verantwortungsvoller Bildungsarbeit. Dieses müsse von Schulen in Zusammenarbeit mit den Elternhäusern geleistet werden.

Zöllner führte an, dass sich der Senat auf verschiedenen Ebenen mit den Bezirken in Gesprächen befinde, "auch in dieser Sache". Insgesamt obliege die Verantwortung für die äußere Sicherheit der Schule aber den Bezirken.

Nach Angaben des Bezirks läuft das Wachschutzprojekt am 10. Dezember an. Ziel des 200.000 Euro teuren Vorhabens ist es, die Gewalt auf Schulhöfen durch schulfremde Kinder und Jugendliche einzudämmen. In dem Berliner Bezirk, in dem auch die durch einen Brandbrief des Kollegiums bekanntgewordene Rütli-Oberschule liegt, war es in der Vergangenheit immer wieder zu Angriffen auf Lehrer und Schüler gekommen.

Ursprünglich sollten ab dem 29. Oktober jeweils zwei private Sicherheitsleute unter anderem die Eingänge der 13 teilnehmenden Schulen kontrollieren. Das Dienstleistungsunternehmen Dussmann war eine Woche vor dem Termin allerdings von dem Auftrag zurückgetreten. Als Grund hatte das Unternehmen mangelnde Akzeptanz bei Senat und Abgeordnetenhaus sowie konzeptionelle Schwierigkeiten angegeben. (mit ddp)

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