Kriminalität : Promi-Sohn nach brutaler Raubserie verurteilt

Der Sohn einer bekannten Berliner Schauspielerin ist wegen Raubes, schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Berlin - Gemeinsam mit drei Komplizen hatte der 22-Jährige in der Zeit vom 3. bis 21. Dezember 2005 in der Altstadt Spandau von Passanten durch Schläge, Tritte sowie Drohungen geringe Bargeldbeträge und Handys erpresst. Eines der Opfer hatte dabei einen Nasenbeinbruch erlitten.

Gegen die drei 20 bis 24 Jahre alten Mitangeklagten wurden Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren und acht Monaten verhängt, wobei zwei Angeklagte nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wurden. Das Quartett wurde für insgesamt neun Überfälle und versuchte Überfälle zur Rechenschaft gezogen, wobei der Prominentensohn an drei Raubtaten beteiligt war.

Bei den versuchten Überfällen hätten die Opfer fliehen können, da die "mit Anabolika aufgepumpten Angeklagten vor Kraft nicht laufen konnten", sagte der Richter. Nur "in Maßen" sei die Beeinflussung durch Anabolika strafmildernd berücksichtigt worden. Bei den Angeklagten handele es sich um "vier Männer aus gutbürgerlichem Hause". Umso erschreckender sei die brutale Vorgehensweise gewesen, hieß es im Urteil.

Richter: "Idiotische und brutale Raubtaten"

Das Quartett sei losgezogen, um Leute "abzuziehen". Dabei hätten sich die "kräftigen Burschen" dafür "immer schmächtige Opfer" ausgesucht. "Sehr mutig war das nicht", hob der Richter hervor. Es seien vielmehr "idiotische und brutale Raubtaten" gewesen. "Das Ausleben von Macht und ein Gefühl der Stärke" sei dabei bestimmend gewesen, hieß es.

Dem Richter zufolge gab der Sohn der Schauspielerin zu, dass er bei so etwas "auch mal mitmachen wollte". In dem "schwerwiegendsten" Fall habe der 22-Jährige seinen "Pullover gelüftet, so dass man nicht nur die Muskeln, sondern auch den Griff des Messers" gesehen habe. Mit dem gezogenen Messer habe er dann sinngemäß dem Opfer gedroht, ihm die Kehle aufzuschlitzen. Der Richter betonte jedoch, dass der Schauspielersohn und ein weiterer Mitangeklagter davon profitierten, dass der Fall vor einer Jugendkammer verhandelt worden sei. (tso/ddp)

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