Kriminalität : Schaden durch Ärzte und Apotheker

Es gab viele Aufreger im vergangenen Jahr. Verschiedene Fälle von Kindesmisshandlung bis hin zu Kindesmord sorgten für Aufsehen. Beim finanziellen Schaden führen allerdings kriminelle Ärzte und Apotheker die Verbrechensstatistik an.

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Der traurigste Fall für die Polizei liegt erst vier Tage zurück. Eine Mutter hatte am zweiten Weihnachtsfeiertag ihren neugeborenen Jungen aus dem Fenster in den Schnee geworfen. Das Kind starb an Unterkühlung. Die Mutter sitzt nun in Haft. Spektakuläre Fälle sind bei der Mordkommission nur wenige noch offen. Der tödliche Fenstersturz eines jungen Mannes aus dem sechsten Stock seiner Wohnung im Februar ist bereits im Fernsehen bei „XY“ gezeigt worden, ohne Erfolg. Ronny Gille hat seinen Mörder vermutlich selbst hereingelassen. Der Mörder der 26-jährigen Nicole J. – dem ersten großen Fall des Jahres – wurde schnell gefasst und im September zu lebenslanger Haft verurteilt.

„Die Geschichte des Jahres“, so heißt es im Polizeipräsidium, war der Raubüberfall auf das Pokerturnier am Potsdamer Platz, so viele bundesweite Schlagzeilen macht sonst nur der 1. Mai. Vier junge Araber waren im März in das international besetzte Turnier am Potsdamer Platz gestürmt und waren mit 242 000 Euro entkommen. Die Tat war schon wegen der Mischung von Brutalität und Dilettantismus bemerkenswert, die Täter wurden geschnappt und verurteilt. Zwei Hintermänner des Coups stehen seit August vor Gericht, viele Zeugen schweigen, der Prozess dauert an.

Aufsehen erregten im Sommer junge Kriminelle, die als angebliche „Kinder“-Dealer bis heute die Politik beschäftigen. Fast täglich wurden damals junge Dealer festgenommen, in ein Heim gebracht – aus dem sie sofort wieder herausspazierten. Nächstes Jahr soll nun ein Heim für kriminelle Kinder eröffnet werden, Gitter soll es aber auch dort nicht geben. Zudem sollen Altersgutachten bei Flüchtlingen schneller erstellt werden. Mehreren „Kindern“ wurde nachgewiesen, dass sie deutlich älter sind als angegeben. Ein 13-Jähriger ist laut Gutachten beispielsweise mindestens 21.

Spitzenreiter bei der Schadenssumme sind laut Polizei die Ärzte: Mehrfach wurden Kliniken durchsucht, Ärzte und Apotheker festgenommen. Sie werden verdächtigt, die Krankenkassen um Millionen betrogen zu haben.

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