Berlin : Kriminalität: So sicher wie in Mauerzeiten

gn

Berlin - Hauptstadt des Verbrechens? Denkste. Die Zahl der Straftaten ist erneut leicht gesunken, Wohnungseinbrüche gar um ein Fünftel zurückgegangen, die Jugendkriminalität um zehn Prozent. Mehr noch: Die Aufklärungsrate ist so hoch wie seit 32 Jahren nicht mehr - als Berlin durch die unselige Mauer zu den sichersten Orten der Welt gehörte. Die Täter konnten aus dem ummauerten West-Berlin nicht heraus und die Kriminellen aus dem Ausland nicht hinein. Die Statistik zeigt, dass die Polizei ihren Auftrag erfüllen kann, trotz zusätzlicher hauptstadtbedingter Aufgaben, trotz vieler Demonstrationen oder dem Schutz von Staatsbesuchern. Eine gute Nachricht zu Jahresende, aber keine zum Ausruhen. Es bleibt die Differenz zwischen den nüchternen Zahlen der Statistik und dem subjektivem Sicherheitsgefühl der Menschen. Das ist die Lücke, mit der Politik gemacht wird - manchmal mit unseriösen Bedrohungsszenarien. Neuen Kriminalitätsentwicklungen aber kann nicht mit regelmäßig geforderten zusätzlichen Stellen begegnet werden, sondern mit einem stetigen Organisationswandel der Polizei. Der hartnäckige Widerstand der Beamten gegen das so genannte Berliner Modell hat deshalb mehr die Vergangenheit als die Zukunft im Blick.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben