Kriminalität : Spezialermittler fassen 50 Taschendiebe

Die neue Ermittlungsgruppe der Berliner Polizei gegen Taschendiebstähle hat seit ihrer Gründung Anfang August rund 50 Langfinger auf frischer Tat ertappt.

Berlin (06.09.2005, 13:26 Uhr) - «Das ist ein großer Erfolg», sagte der Leiter der Ermittlungsgruppe, Frank Millert, am Dienstag. «Zum Vergleich: Im August 2004 wurden in Berlin nur 20 Taschendiebe gefasst.» Von den jetzt Festgenommenen erhielten 28 einen Haftbefehl. 4 Tatverdächtige wurden in «besonders beschleunigten Verfahren» zu mehrmonatigen Freiheitsstrafen auf Bewährung verurteilt.

Die zentrale Ermittlungsgruppe «Tasche» ist nicht zuletzt wegen der bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft mit 62 Kriminalbeamten im Einsatz. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte dazu gesagt, die Berliner Polizei wolle sich nicht mit der niedrigen Aufklärungsquote von 2,7 Prozent im vergangenen Jahr abfinden. Die Fußball-WM 2006 werde eine große Zahl von Dieben aus aller Welt in die deutsche Hauptstadt locken.

Als besonderen Erfolg des ersten Monats der Ermittlungsgruppe bewertet die Polizei die Zerschlagung einer rumänischen Bande, die darauf spezialisiert war, die Taschen ihrer Opfer mit Rasierklingen aufzuschlitzen. Allein von dieser Bande nahmen die Beamten insgesamt sieben Personen fest, die alle Haftbefehl erhielten. Auf ihr Konto gehen neben zahlreichen Taschendiebstählen auch Betrügereien mit gestohlenen EC-Karten. Am Bahnhof Zoo wurden vier Polen festgenommen und der Bundespolizei übergeben, die das Gedränge beim Einstieg in einen ICE für Diebstähle nutzten.

Bis Anfang August wurden Taschendiebstähle dezentral bei den sechs Polizeidirektionen in der Stadt bearbeitet. Von der Zentralisierung der Kräfte verspricht sich die Polizei nun mehr Erfolg. Im Vorjahr wurden in Berlin den Angaben 18 074 Taschendiebstähle mit einem Gesamtschaden von knapp 4 Millionen Euro registriert. Laut Polizei gibt es jedoch eine hohe Dunkelziffer. (tso)

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