Kriminalität : Zahlreiche Straftaten an "Halloween"

Gestern Abend sind mehreren Kindern zuvor erbettelte Süßigkeiten geraubt worden. Aber auch die "Halloween-Geister" selbst begingen in einigen Fällen Straftaten, als ihre Bitte "Süßes oder Saures" nicht erhört wurde.

Gegen 18 Uhr 15 forderten vier Kinder in der Siegfriedstraße in Lichtenberg von einem 12-Jährigen die Herausgabe der Süßigkeiten. Als der Junge flüchtete, holte ihn ein 13-Jähriger ein, schubste ihn zu Boden und schlug und trat auf sein Opfer ein. Danach flüchtete er mit den erbeuteten Süßigkeiten. Der 12-Jährige erlitt leichte Kopf- und Gesichtsverletzungen. Anhand von Zeugenaussagen wurde der 13-Jährige ermittelt. In seinem Zimmer in der elterlichen Wohnung fanden die Beamten die geraubten Süßigkeiten.

Zwei 13 und 14 Jahre alte Mädchen bedrohten gegen 18 Uhr 45 in der Trierer Straße in Weißensee einen 9-Jährigen mit einem Messer und zwangen ihn zur Herausgabe seiner Süßigkeiten. Alarmierte Polizeibeamte nahmen die beiden Räuberinnen in der Nähe des Tatorts fest und übergaben sie nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen ihren Eltern.

15-Jähriger schießt auf 11-Jährigen

Im Billerbecker Weg in Tegel schoss ein 15-Jähriger gegen 20 Uhr aus einer Gruppe Jugendlicher heraus mit einer "Soft-Air-Waffe" auf einen 11-Jährigen, der dabei ein Hämatom am rechten Oberschenkel erlitt. Der Schütze und ein weiterer 15-Jähriger hielten den Jungen an und nahmen Süßigkeiten aus dessen Tüte. Nachdem der Vater des Kindes die Polizei informiert hatte, wurde die Gruppe in Tatortnähe festgestellt und die beiden Haupttäter festgenommen. Außerdem wurde als Besitzer der Waffe ein 14-Jähriger ermittelt und die Waffe in seinem Zimmer in der Wohnung seiner Eltern gefunden. Die beiden vorübergehend Festgenommenen wurden später ihren Erziehungsberechtigten übergeben.

Vier maskierte "Halloween-Geister" forderten gegen 19 Uhr in der Koloniestraße in Wedding von einer 75-Jährigen Frau Süßigkeiten oder eine "Spende" von einem Euro. Als die Frau dies verweigerte, schlugen ihr die Jugendlichen ins Gesicht und versuchten ihre Handtasche zu rauben. Da die Frau die Tasche festhielt und um Hilfe rief, flüchteten die vier ohne Beute.

Hakenkreuz gesprüht

Fünf Jungs im Alter von 11 und 12 Jahren waren in den Nachmittags- und frühen Abendstunden in Heiligensee unterwegs, um Süßigkeiten zu sammeln. Vermutlich weil sie in einem Mehrfamilienhaus in der Schulzendorfer Straße nichts bekommen hatten, sprühten sie an die Seitenfassade ein 1 x 1 Meter großes Hakenkreuz und darunter den Schriftzug "Hitler".

In Hellersdorf klingelten gegen 19 Uhr 30 drei Jugendliche an der Tür eines Reihenhauses in der Ernst-Haeckel-Straße. Der 53-jährige Bewohner hörte im ersten Stock die Rufe "Wer nichts Süßes gibt, kriegt Saures" und kurz danach eine Verpuffung und hellen Feuerschein. Während seine Ehefrau einen entflammten Schmuckkranz an der Haustür löschte, verfolgte der Mann die Jugendlichen und hielt einen 16-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei fest. Bei dem unter Alkoholeinfluss stehenden Jugendlichen wurde eine Blutprobe genommen - im Anschluss wurde er seiner Mutter übergeben. (tso/Polizei Berlin)

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