Kriminalitätsatlas : Gefährliches Pflaster in Mitte, Tiergarten und Spandau

26.08.2012 00:00 Uhrvon
Taschendiebstahl - dieses Delikt wird in Mitte besonders häufig registriert. Foto: dpa
Taschendiebstahl - dieses Delikt wird in Mitte besonders häufig registriert. - Foto: dpa

Raub, Drogen, Diebstahl: Laut Kriminalitätsatlas geschehen in Mitte, Tiergarten und  Spandau die meisten Straftaten – aber für viele Ortsteile trügt die Statistik. Wie ist die Lage in den einzelnen Bezirken und Ortsteilen?

Mehr als 200 Seiten umfasst der neue Kriminalitätsatlas, den Innensenator Frank Henkel (CDU) am Montag vorstellen möchte. In dem Dokument, das dem Tagesspiegel vorliegt, hat die Polizei die insgesamt knapp 495 000 Straftaten aus dem Jahr 2011 den einzelnen Ortsteilen in den Bezirken zugeordnet. Ein Überblick.

Reinickendorf: Eigentlich sticht der Bezirk bei den Straftaten nicht hervor. Tegel hingegen fällt berlinweit auf – und liegt bei Rauschgiftdelikten sogar mit an der Spitze. Woran das liegt? Weil neun Prozent aller Straftaten in der dort ansässigen Justizvollzugsanstalt verübt wurden.

Rund 80 Prozent aller Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz wurden nur im Gefängnis begangen. Auch in Frohnau sieht es in der Statistik düster aus: Die Kriminalität ist um 30 Prozent angestiegen. Das ist damit zu erklären, dass die Fallzahlen zuvor äußerst gering waren und es 2011 eine größere Betrugsserie gab. Insgesamt nimmt Frohnau Platz 81 der 95 gefährlichsten Ortsteile ein.

Pankow: Insgesamt steht der Bezirk gut da. Entgegen dem Berlintrend stieg die Kriminalität nur um 0,1 Prozent an. Schwere Verbrechen wie Raub und Körperverletzung nahmen sogar um je etwa zehn Prozent ab. Besonders Prenzlauer Berg ist laut Statistik bei Dieben beliebt, die es vor allem auf die vielen Touristen dort abgesehen haben. Der Szeneortsteil ist zudem maßgeblich für den Anstieg in der Drogenkriminalität im ganzen Bezirk von rund 13 Prozent verantwortlich.

Lichtenberg: Die Polizei hat ein Viertel weniger Brandstiftungen registriert. Doch Brandstiftung macht jährlich nur 1300 der fast 500 000 Straftaten aus. Ein Brand mehr schlägt sich äußerst stark in der Statistik nieder. Gefährlich wirkt deshalb auch der Ortsteil Malchow: vierter Platz beim Straßenraub – berlinweit. Tatsächlich gab es eine solche Straftat, Malchow hat aber auch nur 500 Bewohner.

Marzahn-Hellersdorf: Als einziger Bezirk verzeichnet er einen Rückgang der Kriminalität insgesamt. Laut Polizei ist der Grund dafür die schlechte Infrastruktur. Diebstahl etwa könne nur dort begangen werden, wo es Geschäfte gebe, hieß es im Bericht. Wo diese fehlten, sei die Kriminalität niedrig. Ohne Einkaufszentren würden weniger Trinker und Jugendbanden angelockt. Besonders wenig Kriminalität gibt es deshalb in Mahlsdorf.

Treptow-Köpenick: Fast wäre es im Ranking der sicherste Bezirk geworden. Nur Steglitz-Zehlendorf weist weniger Straftaten auf. Ein Drittel weniger Straßenraub im Vergleich zum Vorjahr gab es hier. Lediglich die zentrumsnahen Ortsteile und Nieder- und Oberschöneweide fallen auf.

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