Berlin : Kritik am Verkehrssenator: „Meister der halben Sachen“

GrünemonierenStrieders unfertige teure Straßenbahn-Projekte

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Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) hat mit der Straßenbahn viel vor – und das regt Michael Cramer, den Verkehrsexperten der Grünen, auf. Nicht, weil der nichts übrig hätte für die umweltfreundliche Tram, sondern weil aus den Ankündigungen doch nichts werde. Weder glaubt Cramer an Strieders Plan, in diesem Jahr den Bau neuer Straßenbahngleise von der Eberswalder über die Bernauer Straße bis zum Nordbahnhof sowie von der Chaussee über die Invalidenstraße zum Hauptbahnhof-Lehrter Bahnhof zu starten, noch erwartet er, dass die von Strieder 2003 gestoppte Neubaustrecke vom Mollknoten zum Alexanderplatz eine neue Chance bekommt. Strieder sei der „Meister der halben Sachen“, sagt Cramer – und zählt auf:

Erst hat der Stadtentwicklungssenator gegen heftigen Widerstand den Einbau von Straßenbahngleisen auf der Leipziger Straße vor dem Bundesrat durchgesetzt, dann folgte der Planungsstopp für die Verbindung vom Alexanderplatz zum Kulturforum, für die die Gleise gedacht waren.

Für die Neubaustrecke zum Alexanderplatz waren die Arbeiten bereits im Gange, als Strieder sie stoppte. Über vier Millionen Euro waren da schon für Rohre und Leitungen ausgegeben worden. Die BVG musste nach dem Baustopp Gleise, die wegen der Verlängerung zum Alex schon herausgerissen waren, wieder einbauen. Falls nun doch weitergebaut wird, müssen sie wieder entfernt werden.

Für neue Gleise in die Wissenschaftsstadt Adlershof stoppte Strieder den Bau, kurz nachdem nach einem aufwändigen Planungsverfahren die Genehmigung vorlag.

In der Bernauer Straße beginnen die Arbeiten mit dem Fällen von Bäumen, die nach Angaben des Pflanzenschutzamtes zumeist aber ohnehin geschädigt sind. Cramer vermutet, dass der „Automann“ Strieder nach dem Fällen der Bäume auch hier die Straßenbahn-Ausbaupläne wieder begräbt und stattdessen eine vierspurige Schnellstraße bauen lassen wird. Die Bernauer Straße gehört schließlich zu den Ringstraßen, auf denen Autos nach Strieders Ideen das Zentrum weiträumig umfahren sollen, wenn sie dort nicht ihr Ziel haben.

Die Fraktion Bündnis 90/Grüne fordert den Senat auf, „diesem Senator, bei dem weder seine Worte noch seine Taten geschätzt werden, endlich die rote Karte zu zeigen“. kt

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