• Kritik an Flüchtlingsmanagagement: Michael Müller: Berlin ist nicht in katastrophalem Zustand

Kritik an Flüchtlingsmanagagement : Michael Müller: Berlin ist nicht in katastrophalem Zustand

Berlin gibt bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise ein schlechtes Bild ab - aber das sei "so nicht komplett", findet der Regierende. Außerdem habe Berlin es schwerer als Flächenländer.

So betrachtet steht Berlin doch eigentlich noch ganz gut da, sagt der Regierende Bürgermeister.
So betrachtet steht Berlin doch eigentlich noch ganz gut da, sagt der Regierende Bürgermeister.Foto: Kay Nietfeld/dpa

Lange Schlangen vor dem Lageso auch bei Nacht, wochenlanges Warten auf Termine, überarbeitete Mitarbeiter, extrem kurzfristige Entscheidungen über Notunterkünfte... Ist zwar alles richtig, aber eigentlich ist alles gar nicht so schlimm - findet jedenfalls Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Er hat die Hauptstadt gegen Kritik an Flüchtlingsmanagement und Verwaltung verteidigt. „Obwohl Dinge in Ordnung gebracht werden müssen, ist es kein katastrophaler Zustand unserer Stadt“, sagte der 51-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die Hauptstadt ziehe jedes Jahr Zehntausende Menschen an, die von der Offenheit hier begeistert seien. Zugleich spüre die Stadt aber die Sparrunden der Vergangenheit, räumte der Nachfolger von Klaus Wowereit ein.

Berlin steht seit Monaten vor allem wegen Problemen bei der Aufnahme von Flüchtlingen in der Kritik. Der Andrang hatte das zuständige Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) völlig überfordert. Dieses Negativbild sei aber „so nicht komplett“, betonte Müller. Es sei entstanden durch Probleme in der Verwaltung, langsame Abläufe, bundesweite Schwierigkeiten und eine öffentliche Fokussierung auf den einen Ort Lageso.

Zudem habe es Berlin viel schwerer als Flächenländer, die die Flüchtlinge auf mehrere Kommunen und Behörden verteilen könnten. „Wir haben das Lageso für 70 000 Flüchtlinge, für Registrierung, Leistungserbringung, Krankenscheine, Taschengeld. Das ist schwierig“, sagte Müller. Die Situation habe sich aber deutlich gebessert: „Die Registrierung läuft jetzt gut, die Schlangen für die Abholung von Leistungen sind besser gesteuert, warme Zelte mit Verpflegung sind rund um die Uhr offen.“ Berlin hat in diesem Jahr bereits mehr als 78 100 Flüchtlinge aufgenommen. (dpa)

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