Berlin : Ku’damm-Fest mit Kultur und Ramsch Sommerparty dauert bis Sonntag

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Das Kurfürstendamm-Fest präsentiert sich seit gestern deutlich internationaler als in den 13 Jahren zuvor. Das Motto „Global City – in drei Tagen um die Welt“ wurde schon beim Auftakt erlebbar: Auf den zwölf Bühnen erklangen außer Pop und Schlagern auch Reggae und Salsa. Dazu boten Cocktailbars Caipirinha und Piña Colada an, und einige Länder präsentierten sich an Ständen. Namibia zum Beispiel gastiert in der Rankestraße mit Rasseln, Trommeln und Reiseprospekten. Ein paar Meter weiter wirbt Israel um Touristen und fordert auf Aufklebern: „Lasst uns endlich in Frieden!“

In diesem Punkt des neuen Konzepts haben die AG City und ihre Veranstaltungsagentur also Wort gehalten. Berücksichtigt wurden außerdem frühere Beschwerden von Ladenbesitzern über versperrte Gehwege. Alle Bühnen und Buden stehen nun auf der Straße oder am Gehwegrand. Bis Sonntagabend werden 2,5 Millionen erwartet. Die Mutigsten können in der Joachimstaler Straße von einem 65 Meter hohen Bungee-Kran springen.

Leider ist nicht alles schöner geworden. Vor allem zwischen Nürnberger und Joachimstaler Straße bestimmen Socken- und Taschenverkäufer, Eis- und Waffelbuden, Wurststände und „Chinapfannen“ das Bild. Der schärfste Kritiker der Partys, Teehändler Werner Schmitt von King’s Teagarden, hatte vor zwei Jahren aus Protest einen eigenen Verein gegründet. Gestern blieb sein Eindruck negativ: „Es gibt keine Verbesserung.“

Im Neuen Kranzler-Eck können Bürger mit Politikern diskutieren, so etwa heute um 16 Uhr mit Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD). Für Autos bleiben Ku’damm und Tauentzienstraße bis Montag um 9 Uhr zwischen Uhlandstraße und Wittenbergplatz gesperrt. CD

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