Berlin : Ku’damm ohne Sylter Flair

Fischspezialist „Gosch“ musste wegen Mietschulden schließen

Hennes Schulz

Die Bambussträucher vor dem aus Sylt stammenden Fischspezialisten Gosch am Kurfürstendamm lassen ihre Blätter hängen, die weiß-blauen Nordsee-Strandkörbe sind eingeräumt. An den verschlossenen Glastüren weisen zwei kleine Schilder auf das Ungemach hin: „Vorübergehend geschlossen.“ Die Hauseigentümerin der Geschäftsimmobilie am Kurfürstendamm Ecke Uhlandstraße, die Deka Investment GmbH, hat den Betrieb mit Selbstbedienungsrestaurant und Champagnerbar wegen Mietschulden am Dienstagmittag geschlossen. Die Filiale wurde von Lizenznehmer und Geschäftsführer Heinrich Eckhoff geführt.

„Mehrere hunderttausend Euro sind an Miete offen“, sagt die Investmentmanagerin Annette Just von der Deka Investment auf Anfrage. „Wir haben lange versucht, mit dem Mieter zu verhandeln. Wir wollten Gosch nicht loswerden, haben versucht, das Geschäft zu retten“, sagt die Investment-Managerin. Eckhoff sei aber nicht gesprächsbereit gewesen. Der Gosch-Geschäftsführer wollte sich auch gegenüber dem Tagesspiegel nicht äußern. Jetzt sind der Duft von geräuchertem und gebratenem Fisch mit dem Gefühl von Urlaub verzogen.

Hauseigentümerin Deka hat über einen Anwalt ihr Vermieterpfandrecht geltend gemacht und den Laden geschlossen. „Wir sind sehr daran interessiert, dass es an dieser Stelle so schnell wie möglich mit einer neuen anspruchsvollen Gastronomie weitergeht“, sagt Annette Just. Man sei mit mehreren Gastronomen für die 320 Quadratmeter großen Räume bereits im Gespräch.

Vor acht Jahren hatte Heinrich Eckhoff mit Mitgeschäftsführer Jörg Pflugmacher die Edel-Gastronomie in Lizenz des Sylter „Fischpapstes“ Jürgen Gosch mit Fisch, Meeresfrüchten, Champagner und Wein am Kurfürstendamm eröffnet. Im August 2000 folgte ein zweites Restaurant am Potsdamer Platz. Dieser Betrieb hat einen anderen Vermieter und ist von der Ku’damm-Schließung nicht betroffen.

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