Berlin : Ku’damm wird zur WM nicht gesperrt

Bei der Feier in der West-City soll es keine Fußgängerzone geben

Klaus Kurpjuweit

Noch ein Rückzieher zur Fußball-Weltmeisterschaft: Auf dem Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße wird es keine Fußgängerzone geben, damit dort ein großes Fest stattfinden kann. Gefeiert wird aber trotzdem – rund um den Breitscheidplatz, der vielleicht sogar noch um einen Fahrbahnstreifen erweitert wird. Der fließende Verkehr sei von der Feier jedenfalls nicht betroffen, sagte gestern Charlottenburgs Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU). Darauf habe sich der Bezirk jetzt mit der Stadtentwicklungsverwaltung geeinigt. Am kommenden Dienstag will das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf entscheiden, wer das Fest ausrichten darf.

Gegen den Plan des Bezirksamts, bei einem überzeugenden Konzept für das Fest den Straßenzug zwischen der Joachimstaler und der Nürnberger Straße während der Weltmeisterschaft vier Wochen lang autofrei zu machen, hatte es von Anfang an heftigen Widerstand gegeben. Protest kam unter anderem von der Industrie- und Handelskammer, der Arbeitsgemeinschaft City und auch von der Fuhrgewerbe-Innung, die vor allem Nachteile für Busunternehmen befürchtete, die Stadtrundfahrten anbieten. In einem Pro und Contra hatten 74,9 Prozent der teilnehmenden Leser ebenfalls gegen die Fußgängerzone gestimmt.

Auch in der Stadtentwicklungsverwaltung hatte man von Anfang an Bedenken, die temporäre Fußgängerzone einzurichten. Als dann klar war, dass die Straße des 17. Juni für das Fanfest zur Weltmeisterschaft dichtgemacht wird, hatte das Projekt in der West-City keine Chance mehr.

Die Stadtentwicklungsverwaltung erarbeitet derzeit ein Verkehrskonzept für die Zeit der Fußballspiele. Darauf wartet unter anderem auch die BVG, die vor allem ihre Buslinien danach ausrichten muss. Nach Möglichkeit soll es zu keinen weiteren Straßensperrungen kommen.

Die Feier-Laune lässt sich das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf aber nicht nehmen. Für das Fest liegen nach Gröhlers Angaben „interessante Vorschläge“ auf dem Tisch. Um einen Abklatsch vom Ku’damm-Fest mit seinem Kirmescharakter zu vermeiden, hatte das Bezirksamt per Ausschreibung einen Veranstalter gesucht. 20 Angebote seien eingetroffen; aus sieben verbliebenen will das Bezirksamt nun am Dienstag das beste auswählen, so Gröhler.

Dann wird sich auch zeigen, ob eine weitere Vorgabe des Bezirksamts erfüllt wird: Der Veranstalter soll alle finanziellen Risiken übernehmen. Vom Bezirk werde es „keinen Euro“ geben, hatte Bezirksbürgermeisterin Monika Thiemen (SPD) angekündigt.

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