Küchenklassiker : So kochte man in Sanssouci

DIE SCHLOSSKÜCHE

Unter König Friedrich Wilhelm IV. zog die Schlossküche in den Ostflügel von Sanssouci um. Dazu wurden ehemalige Bedienstetenwohnungen abgerissen und durch den neuen Wirtschaftstrakt ersetzt. Die Wohnräume Friedrichs II. wollte Friedrich Wilhelm aus Respekt vor dem berühmten Vorfahren nicht selbst nutzen. 1842 war die neue Küche fertig, sie wurde bis 1873 genutzt und ist weitgehend unverändert erhalten.

DIE KOCHMASCHINE

Der Hauptraum des Küchentrakts misst 115 Quadratmeter, etwa 30 Bedienstete waren hier beschäftigt. Die gusseisernen Säulen und die Deckenwölbungen erinnern an die Bahnhofsarchitektur des beginnenden Industriezeitalters. Auch die „Kochmaschine“, Prunkstück der Küche, war technisch auf der Höhe der Zeit: 3,50 mal 1,50 Meter Grundfläche, gusseisern verkleidet, mit drei Siegesgöttinnen als Relief. Der von der Berliner Firma Kayser & Co. hergestellte Luxusherd hatte zwei Feuerstellen, ein Rohrsystem, das die Hitze zu anderen Stellen der Maschine leitete, eine Bratröhre, eine Spießanlage sowie eine Wasserblase, in der warmes Wasser zur Verfügung stand. Die Abgase wurden durch Rohre im Boden zum Kamin geleitet.

DER CASTROL-HERD

In der Schlossküche kann man auch die Entwicklung der Herdtechnik studieren. Als Ergänzung der 1842 ultramodernen Kochmaschine gibt es einen Castrol-Herd, zur selben Zeit gebaut, doch ein Jahrhundert früher erfunden, mit ummauerter Feuerstelle und versenkten Eisenrosten für die Töpfe. In die Zeit der offenen Feuerstelle gehört die nur in Resten erhaltene Bratenwendemaschine. Mit einer Mechanik, die wie eine über Gewichte angetriebene Kuckucksuhr funktioniert, wird der Braten gedreht.



DIE NEBENRÄUME

Zur Schlossküche gehörte eine separate Kaffeeküche mit Backstube. Im Keller gab es die Konditorei, den Weinkeller, die „Schauerküche“ für den Abwasch, die Silberkammer und ein „Eisbereitungslokal“. ac

Schlossküche Sanssouci (mit Küchenshop),

1. April bis 31. Oktober, 10 bis 18 Uhr (außer Mo.)



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