Küchenpartys in Berlin : Das große Schlemmen

Küchenpartys liegen voll im Trend und symbolisieren die Berliner Lust am entspannten Genießen. Und man nimmt Profitipps mit – wie demnächst im „Regent“.

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Anstehen zum Naschen. Einige Berliner Spitzenhotels bieten regelmäßig Küchenpartys an, hier etwa das „Regent“. Dort sind meist auch Spitzenköche anderer Häuser zu erleben; die Branche arbeitet gut zusammen. Foto: Regent/Jürgen Sendel
Anstehen zum Naschen. Einige Berliner Spitzenhotels bieten regelmäßig Küchenpartys an, hier etwa das „Regent“. Dort sind meist...

Bei der Küchenparty wird das Kind im Gourmet lebendig. Kein Wunder, denn manche Genießer-Karriere startete früh am heimischen Herd, wo man naschen und probieren konnte, was die kochbegeisterten Eltern so zauberten. Die Fähigkeit zu intensivem Genuss hat auch was mit Erziehung zu tun. In Berlin symbolisieren Küchenpartys seit langem einen Trend zum entspannten Genießen. Die Möglichkeit, durch die Küche zu streifen, mit den Köchen zu fachsimpeln oder mit anderen Gästen, kommt gerade beim hiesigen Publikum besonders gut an.

Schon zum 8.Mal veranstaltet etwa das Hotel Regent am 27. Oktober im Restaurant „Fischers Fritz“ eine solche Party. „Nüsse“ lautet das kulinarische Motto. Und im Mittelpunkt soll diesmal „Die zweite Reihe“ stehen: die Sous Chefs. Das ist eine besondere Herausforderung, denn normalerweise stehen die Küchenstars im Rampenlicht, machen die Honneurs in den Restaurants, reden mit den Gästen und posieren für Kameras, während die zweite Garde zusieht, dass in der Küche alles richtig gut läuft.

Man feiert lieber miteinander

Dass Küchenpartys in Berlin so gut ankommen, liegt auch an der Zusammensetzung der hiesigen Spitzenköche-Szene. Man beäugt nicht misstrauisch die Konkurrenz, sondern feiert lieber miteinander. Die Big Bottle Party im Hotel Palace hat schon Tradition, ebenso die Trüffelparty im Hugos im Interconti, um nur einige Beispiele zu nennen. „In Berlin ist noch Platz für mehr Sterne-Restaurants“, glaubt Christian Lohse vom Fischer Fritz. Auch deshalb können die Küchenstars locker miteinander umgehen.

„Die Gäste schätzen vor allem die legere Atmosphäre auf ganz hohem Niveau“, hat Carolin Meltendorf vom Regent über die Jahre beobachtet. Natürlich seien viele sehr erpicht darauf, exklusive Tricks und Kniffe mit nach Hause zu nehmen. Die Köche geben bereitwillig Auskunft. Das Restaurant wird eigens von den schweren Möbeln befreit, wenn Connaisseure zu Flaneuren werden.

In der Hauptstadt der Events wird so auch das Sterne-Essen zum Erlebnis mit Vielfalt stilisiert. Unter anderem werden die Sous Chefs aus den Restaurants „First Floor“ und „Facil“ erwartet. Das KaDeWe ist ebenfalls vertreten und Spitzenrestaurants aus anderen Teilen des Landes.

Küchenparty als eine Art „Boot Camp“

Ob ein Sous Chef selber Sternekoch wird, hängt immer auch von der Persönlichkeit ab. Ganz oben geht es nicht mehr allein um Handwerk und Kreativität, sondern auch um Inszenierung, um kommunikatives Geschick. Für die Schüchternen in der zweiten Reihe könnte die Küchenparty also auch eine Art „Boot Camp“ werden, das den Weg frei macht auf den Köche-Olymp.

Auch unterhalb des Sterne-Niveaus entstehen neue Formen für Genuss-Erlebnisse. Bereits am 20. Oktober lädt das Hotel Ellington zwischen 11 und 19 Uhr zum Nachbarschafts-Genießer-Markt in den Sommergarten (Nürnberger Straße 50–55). Bei diesem besonderen Erntedankfest wollen Köche und Einzelhändler aus der Nachbarschaft ihre Spezialitäten an verschiedenen Ständen zu günstigen Preisen anbieten.

Mehr Informationen zur Küchenparty im Restaurant Fischers Fritz/Hotel Regent: www.fischersfritzberlin.de oder Tel. 20 33 63 63

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