Berlin : Künstlerpech

Gerd Nowakowski

wünscht sich, dass die Verwaltung mal mitdenkt Künstler sind keine Beamten. Gut so. Künstler sollen mit prima Ideen begeistern. Künstler kann eine Stadt, die wenig Geld hat und trotzdem die Zukunft gestalten möchte, nicht genug haben. Verwaltungsbeamte haben wir dagegen genug. Was das mit dem Live-8-Konzert zu tun hat? Es kann passieren, dass Künstler oder Konzertveranstalter Anträge zu spät oder falsch formuliert stellen, aus Unkenntnis an die nicht zuständige Behörde senden oder Bitten um Hilfe nicht formvollendet fertigen. Wenn der Bundestag mitteilt, es sei für die Wiese vor dem Reichstag als Konzertort kein persönlich an Präsident Thierse addressierter Brief angekommen und Baustadtträtin Dubrau erklärt, Live8 sei nur eine von 5000 Veranstaltungen im Jahr, dann haben einige Leute ihre Aufgabe falsch verstanden. Das gilt auch für die Senatskanzlei. Terminprobleme kann es geben, aber Klaus Wowereit hat offenbar die Chance nicht erkannt, Milliarden Menschen eine spannende Stadt vorzustellen – und von sich aus zu veranlassen, was an Hilfe nötig gewesen wäre, um einen besseren Konzertort zu finden als den 17. Juni. Andere Städte haben sich attraktiver ins Fernsehbild gesetzt. Bei uns wurde die Beleuchtung der Göttin auf der Siegessäule ausgeknipst. Gute Nacht, Berlin.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben