Berlin : Kürbis und Klerus

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VON TAG ZU TAG

Stephan Wiehler erklärt Halloween

zu einem christlichen Fest

Eigentlich hätte die Katholische Kirche allen Grund, sich über Halloween zu freuen. Denn über den heidnischen Mummenschanz, der am 31. Oktober von Jahr zu Jahr mehr Anhänger findet, dürfte der Reformationstag und die Häresie des Kirchenspalters Martin Luther allmählich in Vergessenheit geraten. Doch statt darauf zu hoffen, macht der Rundfunkbeauftragte des Erzbistums Berlin, Joachim Opahle, die Kürbisse madig. „Bedenklich“ sei der Brauch, weil er Kindern keinen angemessenen Umgang mit dem Tod vermittle. Der Theologe mutmaßt gar, die Halloween-Mode sei nur der „Verzweiflung der Faschingsartikel-Hersteller“ geschuldet.

Statt sich mit begeisterten Zombies und Gespenstern anzulegen, die zu Halloween ausziehen, um das Böse zu vertreiben, hätte Opahle sich lieber auf die christliche Tugend besinnen sollen, heidnische Bräuche für die Frohe Botschaft zu nutzen. Das hat doch auch mit Osterei und Weihnachtstanne gut geklappt. So könnte am Vorabend von Allerheiligen auch der Heilige des 31. Oktober, Schutzpatron der Fußlahmen und Holzfäller, wieder zu Ehren kommen. Warum sollte Halloween nicht zu Sankt Wolfgang werden?

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