Berlin : Kultur bis zwei Uhr früh

Kommenden Sonnabend ist wieder Lange Nacht der Museen

Juris Lempfert

Keine Angst. Gruselfans werden auch dieses Mal wieder auf ihre Kosten kommen. Das Berliner Medizinhistorische Museum zeigt auch in der 15. Langen Nacht der Museen unter Schummerlicht seine Sammlung eingelegter Organe. Außerdem liest in der Nikolaikirche der Historiker Christian Schmitz aus alten Leichenpredigten über Berliner Bürgermeister und deren Ehefrauen.

Ansonsten wird es aber eher fröhlich am kommenden Sonnabend. Unter dem Motto „Carne Vale“ haben 80 Berliner Museen zwischen 18 und 2 Uhr geöffnet. Am Kulturforum ist ein buntes Karnevalstreiben nach venezianischem Vorbild geplant. In der Kunstbibliothek präsentiert eine studentische Modeklasse ihr Projekt „Karikatur in der Mode“. Ein echtes Highlight bietet die Neue Nationalgalerie. Sie erlaubt den Besuchern vorab einen Blick in die Ausstellung des Museums of Modern Arts (MoMA), die offiziell erst am 20. Februar eröffnet wird. Die Alte Nationalgalerie wird durch Großprojektionen ganz in Farbe getaucht. Das Programm für Kinder ist ausgeweitet worden, sie können beispielsweise im Kulturforum bereits ab 17 Uhr Papierkostüme basteln. Wer von den Erwachsenen um 2 Uhr noch nicht ins Bett will, für den legen DJs im Ethnologischen Museum in Dahlem bis 5 Uhr morgens Platten auf. Für sechs Museen ist es die erste lange Museumsnacht: Neu dabei sind die Berlinische Galerie in der Alten Jakobsstraße, die Gipsformerei der Staatlichen Museen in Charlottenburg, das Keramik-Museum Berlin, das Miniatur-Museum Arikalex, das Shell-Haus und das Tempelhof-Museum.

Die Karte für alle 80 Museen kostet zwölf (ermäßigt acht) Euro. Inbegriffen ist der Bus-Shuttle, der im Zehn-Minuten Takt auf unterschiedlichen Routen die Häuser und Ausstellungen verbindet. Die Veranstalter hoffen wegen des größeren Angebots auf steigende Besucherzahlen und damit erstmals auf Gewinn. Bislang konnten die Museen die Kosten von mehr als 400000 Euro immer gerade so decken. Voriges Jahr ließen sich 40000 Menschen von Ausstellung zu Ausstellung chauffieren. Jeder vierte kam übrigens nicht aus Berlin und jeder zehnte nur wegen der Museumsnacht in die Hauptstadt, ergab eine Studie.

Weitere Informationen im Internet unter www.lange-nacht-der-museen.de oder unter 28397444. Ein umfassender Überblick folgt im Tagesspiegel zum Wochenende.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben