Kultur : Staatssekretär Schmitz besucht Friedrichshain-Kreuzberg

Mit André Schmitz auf Kulturtour in der Karl-Marx-Allee: Der Kulturstaatssekretär sollte dabei mit der Kultur eines Großbezirks mit 270.000 Einwohnern vertraut gemacht werden.

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André Schmitz (Mitte) in der Zwinglikirche.
André Schmitz (Mitte) in der Zwinglikirche.Foto: DAVIDS

Die Karl-Marx-Allee als „längstes Baudenkmal der Welt“ liegt gewissermaßen am Wegesrand, so unübersehbar wie umstritten in ihrer architektonischen Gestalt, aber auch in ihrem Gebrauchswert für Flaneure und Bewohner. „Die Allee“, wie die Leute sagen, war gestern der Startpunkt einer Tour zu Orten der Kulturarbeit im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Kulturstaatssekretär André Schmitz sollte dabei mit der Kultur eines Großbezirks mit 270.000 Einwohnern bekannt und vertraut gemacht werden. Von den genau 605.262.300 Euro des Bezirkshaushalts fließen 9.452.392 Euro in die Kultur, das sind 1,69 Prozent oder 35 Euro pro Einwohner. „Wir möchten hier nicht so sehr unsere Highlights wie das Technik- oder das Jüdische Museum vorführen“, sagt Bezirksstadtrat Jan Stöß, „sondern die strahlenden kommunalen Institutionen“. Und genau bei diesen könne man viel darüber lernen, was in Berlin wichtig ist, entgegnet André Schmitz, lässt sich das kleine, zu fast hundert Prozent ausgelastete Studiotheater in der „Alten Feuerwache“ zeigen und findet es bemerkenswert, dass der Kultur- und Bildungsstadtrat Jan Stöß gleichzeitig für Sport und Finanzen zuständig ist. Eine interessante Konstellation – zum Beispiel, wenn es um den Friedhof der Märzgefallenen geht, wo „ein Nationaldenkmal im Entstehen ist“, was gewiss nicht ohne Kultur, aber auch nicht ohne Finanzen gehen dürfte.

Bei der Fahrt durch die „Monumentalarchitektur“ der einstigen Stalinallee erfährt André Schmitz en passant, dass die beiden Türme am Frankfurter Tor damals, als sie in den fünfziger Jahren gebaut wurden, an die vom Kriege stark zerstörten Dome vom Gendarmenmarkt erinnern sollten. In dem nördlichen Hochhaus existiert seit den sechziger Jahren mit der „Galerie im Turm“ die älteste kommunale Galerie Berlins, gerade gibt es dort die Ausstellung „Randschaften“ zu sehen. Die Allee, sagt Stöß, optimistisch, wird immer mehr zur Kulturmeile, leere Geschäfte wandeln sich zu Galerien, die „Kreativwirtschaft“ siedelt sich hier an – die Wohnungen in den von privaten Investoren erworbenen Blöcken sind begehrter denn je. Staatssekretär André Schmitz findet, dass die denkmalgeschützte Straße auf dem richtigen Weg sei, „eine gesunde Mischung ist immer gut: Galerien, Architekten- und andere Büros, Cafés, Restaurants und Geschäfte für das, was man wirklich braucht, machen das Wohnen begehrenswert“.

Die geistige Nahrung für die Bewohner rund um das markante Ensemble der Allee zwischen Alex und Proskauer Straße gibt es ab Ende des Jahres in der neuen Bezirkszentralbibliothek in der Frankfurter Allee 14a. Oder in der Zwingli-Kirche. Jan Stöß: „Unsere Kulturlandschaft ist einer der Gründe, warum Berlin nicht nur für die Sehnsucht nach Freiheit und Vergnügen, sondern auch nach Kunst und Kultur steht“. Sah André Schmitz am Ende der Tour ebenso.

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