Kulturzentrum "Köpi" : Bewohner und Freunde wollen für Erhalt demonstrieren

Mitglieder und Sympathisanten des Kultur- und Wohnprojektes "Köpi" in Mitte wollen am Donnerstag für den Erhalt der Einrichtung auf die Straße gehen. "Ihr habt die ganze Stadt verkauft - Köpi bleibt unser", lautet das Motto.

Berlin - Der Demonstrationszug solle um 16:30 Uhr an der Schillingbrücke beginnen und zum Sitzungsgebäude der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte in der Parochialstraße führen, wie ein Sprecher des selbstverwalteten und linksautonomen Kultur- und Wohnzentrums mitteilte.

Die Demonstranten wollen unter anderem gegen die Vorgehensweise des Wirtschaftsamtes Mitte demonstrieren. Die Behörde hatte am Wochenende mit Unterstützung der Berliner Polizei versucht, den ihrer Auffassung nach illegalen Ausschank in dem seit Jahren betriebenen Zentrum zu unterbinden. Laut Polizei wurde der Einsatz aber "wegen schlechter Vorbereitung" abgebrochen. Rund 70 Mitglieder der linken Szene hatten die Beamten bedrängt. Eine weitere Aktion gegen das Kulturzentrum, in dem es Konzerte, Filmvorführungen und Diskussionsveranstaltungen gibt, soll es nicht geben.

Bezirksamt geht gegen ungenehmigte Clubs vor

Nach Angaben des Kultur- und Wohnprojektes handelt es sich bei der "Köpi" zudem um Vereinsräumlichkeiten, in denen kein Gewinn erwirtschaftet wird. Das Haus in der Köpenicker Straße 137 war 1990 das erste von West-Berliner Autonomen im Ostteil der Stadt besetzte Gebäude. Im Jahr 1991 wurden Mietverträge geschlossen.

Polizisten und Mitarbeiter des Bezirksamtes gingen unterdessen in der Nacht zum Mittwoch gegen einen ungenehmigten Club in Mitte vor. Die Diskothek in der Brunnenstraße sei wegen erheblicher Baumängel und dem nicht genehmigten Ausschank alkoholischer Getränke dicht gemacht worden, sagte ein Sprecher. (tso/ddp)

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