Berlin : Kunst zur Reinheit der Nation: Auf dem Schlossplatz stehen 104 Waschmaschinen

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"Die Geschichtsschreibung ist eine Waschanstalt, aus der die Wäsche meistens schmutziger herauskommt als sie hineingebracht wurde." Die Künstler Filomeno Fusco und Victor Kegli haben die Schriftstellerin Edith Sitwell beim Wort genommen. Vier Wochen lang verwandeln sie die Schlossfreiheit in eine Waschküche der Nation. Für ihr "Nationaldenkmal" stellten sie in den vergangenen Tagen 104 voll funktionstüchtige Waschmaschinen der Marke "Siemens Siwamat XL 540" auf dem Platz vor dem Bundeskanzleramt auf. "Vier Wochen lang können die Deutschen hier ihre schmutzige Wäsche waschen", sagt Victor Kegli. Wo einst das Reiterdenkmal Wilhelms I. stand, sollen bis zum 3. Oktober Bürger und Prominente aus Politik, Wirtschaft und Militär ins Gespräch kommen. Zur Eröffnung heute um 18 Uhr spricht die Kulturwissenschaftlerin Gerburg Treusch-Dieter über "Arbeitshygiene und Sauberkeit". Ob auch Bundeskanzler Gerhard Schröder mit seinen Hemden vorbeikommt, blieb ungewiss.

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