Kunsthaus : Tacheles wird das Wasser abgestellt

Am kommenden Donnerstag wird den Künstlern des "Tacheles" das Wasser abgestellt – doch die wollen weiter für ihren Verbleib kämpfen. Für Montagnachmittag rufen die Sprecher des Hauses an der Oranienburger Straße zu einer Demonstration durch die Innenstadt auf.

Julia Rothenburg
Die Immobilie in der Oranienburger Straße wird bald zwangsversteigert.
Die Immobilie in der Oranienburger Straße wird bald zwangsversteigert.Foto: Doris Klaas

Die Demonstration soll auch am Spreedreieck vorbeiführen, denn laut Tacheles-Vorstand Martin Reiter gibt es einen neuen, potentiellen Bieter bei der anstehenden Zwangsversteigerung: Spreedreieck-Investor Harm Müller-Spreer habe bereits „deutliches Interesse“ an der Immobilie bekundet. Dieser jedoch bestreitet das gegenüber dem Tagesspiegel. Es wäre nicht das erste Mal, dass das Tacheles einem Investor fälschlicherweise Kaufabsichten unterstellt: Schon Anfang des Jahres hatte das Kunsthaus Karl-Heinz Müller, dem Chef der Modemesse „Bread & Butter“, Ähnliches nachgesagt. Auch dieser dementierte umgehend.

Für Martin Reiter ist das Verfahren rund um die Zwangsversteigerung mehr als undurchsichtig. So sei es absurd, dass das Areal als Ganzes versteigert werden solle. Für den Verkauf der einzelnen Parzellen bekäme die Bank insgesamt weitaus mehr Geld, vermutet der Tacheles-Vorstand. Einen möglichen Ausweg sieht er in einem Eingreifen des Bezirkes Mitte. Würde dieser erklären, dass das Tacheles von übergeordnetem Kunst-Interesse sei, könne es in öffentlicher Hand bleiben. „Es gibt durchaus Stiftungen, die man für dieses Projekt begeistern könnte“, sagt Martin Reiter.

Lange kann das Tacheles darauf aber nicht mehr warten. Wenn die Berliner Wasserbetriebe zum Monatswechsel die Hähne zudrehen, wollen sich die Künstler selbst helfen: In der vergangenen Wochen haben sie auf dem Gelände bereits mehrere Regentonnen aufgestellt. Über die Entsorgung des Dreckwassers möchte Reiter demnächst mit der BSR verhandeln.

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