Kunstinstallation in Holland : Viermal Schlange stehen fürs Berghain! Bitte!

Auf einem Musikfestival in den Niederlanden gab es die ultimative Berghain-Erfahrung: Anstehen ohne Ende, ganz wie in Berlin. Dafür weiß unser Autor, wie es denn tatsächlich geht. Eine Glosse.

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Die Fälschung. Auf einem Musikfestival in den Niederlanden dürften Besucher Schlange stehen.
Die Fälschung. Auf einem Musikfestival in den Niederlanden dürften Besucher Schlange stehen.Fotos: Facebook

Du kommst hier nicht rein!“ (mit starker Betonung auf „du“) – so hieß es am Wochenende nicht nur unzählige Male am Berliner Berghain, sondern parallel auch auf dem „Beyond Music Festival“ in den Niederlanden. Dort hieß es dann wahrscheinlich eher „Je bent hier niet komen“ oder so was. Künstler hatten die Fassade des weltbekannten und sagenumwobenen Clubs am Ostbahnhof nachgebaut. Der Eingang durch die Fassade führte zu einem großen Zelt, in dem ein DJ eifrig die Platten drehte, und zwar zwölf Stunden lang für sich allein. Denn rein ins Nachbau-Berghain kam niemand – alle Gäste wurden vom Türsteher abgewiesen. Stundenlang anstehen und dann doch nicht reinkommen – die niederländischen Künstler nennen das „The Berghenk Experience“.

„Bist du reingekommen? Stundenlang in der Warteschlange stehen, immer wieder abgelehnt werden und laute Musik, die ihr nicht gehört habt?“ – so hatten die Veranstalter namens „Bauhaus“ die Installation (sarkastisch) auf Facebook kommentiert. Also eine Art Trainingsraum fürs aussichtslose Warten. Und zum Üben, um souverän zu reagieren, wenn man vom Türsteher abgewiesen wird.

Und hier das Original!
Und hier das Original!Foto: Mike Wolff

Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärte, wie’s funktioniert: 1. Anstellen. 2. Nicht reinkommen. 3. Zurück in die Schlange gehen. Laut Anweisung sollten die letzten beiden Schritte bis zu drei Mal wiederholt werden.

Das Pop-up-Berghain mit dem Namen „Berghenk“ hat es in den sozialen Medien weit gebracht: Es wird von Berghain-Fans und Berghain-Hassern gleichermaßen gefeiert. Nur wie, ja wie, verdammt noch mal, man ohne Probleme in dieses bekloppte Berghain hineinkommt, das, eben das beantwortete die Kunstinstallation im Nachbarland nicht.

Dabei ist es so einfach. Ein viertes Mal anstellen. Die Berghain-Türsteher haben die Anweisung, niemanden abzulehnen, der sich tatsächlich ein viertes Mal in die Schlange stellt, nachdem er drei Mal zuvor abgelehnt worden ist. Behaupten wir jetzt mal. Aber nicht weitersagen.

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