Kurator Heiner Klös über die tierischen Diebe im Zoo : "Der Fuchs spaziert an der Kasse vorbei"

Um das Fuchs-Problem im Zoo in den Begriff zu bekommen, müsste der Zoo meterhohe Zäune bauen. Kurator Klös erklärt im Interview, warum er das nicht will und warum der hungrige Fuchs so schwer zu vertreiben ist.

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Der Zoo hat ein Fuchs-Problem: Immer mehr Tiere werden von den wildlebenden Berliner Füchsen gerissen, darunter auch sehr exotische Exemplare wie Brillenpinguine.
Der Zoo hat ein Fuchs-Problem: Immer mehr Tiere werden von den wildlebenden Berliner Füchsen gerissen, darunter auch sehr...Foto: dpa

Herr Klös, Füchse reißen im Zoo so viele Enten und Gänse wie nie, aber auch seltene Tiere wie Brillenpinguine oder Parmakängurus. Warum passen Sie nicht besser auf?

Den ganzen Zoo fuchssicher einzuzäunen – das ist nicht möglich. Füchse springen meterhoch, buddeln Tunnel. Der Zaun müsste eine Höhe von drei Metern und oben Abweiser haben. Er müsste 80 Zentimeter tief in die Erde reichen. Aber selbst das wäre nicht genug. Es gibt zu viele Schlupflöcher, die wir nicht verstopfen können.

Wo sind die?
Füchse sind schlau und ohne Scheu, die spazieren tagsüber locker an der Kasse vorbei, kommen durch Pförtnertore, die aus Feuerschutzgründen offen bleiben müssen, durch Drehtüren. Einige wohnen ja auch direkt im Zoo.

Die könnte man doch vertreiben.
Schießen oder Fallenstellen verbietet das Jagdschutzgesetz. Würde auch nicht viel bringen. Es drängen immer wieder Füchse von außen nach.

Warum sichern Sie nicht die Gehege besser und schließen die Zootiere nachts weg?
Es wäre ja schön, wenn der Fuchs nur ’ne Arbeitszeit von 20 Uhr bis früh um sechs hätte. Nein, der jagt auch tagsüber, reißt die Ente, schleppt sie weg. Sie können ihn ja nicht am Kragen packen.

Kurator Klös spricht im Interview über die tierischen Diebe im Zoo.
Kurator Klös spricht im Interview über die tierischen Diebe im Zoo.Foto: Thilo Rückeis

Aber vielleicht weghalten.
Der Zoo als Alcatraz, wollen Sie das? Wir verstärken Zäune, passen mehr auf. Aber Freigehege sind reizvoll, weil sie nicht hermetisch gesichert sind. Außerdem lassen sich nachts nicht alle Tiere einsperren.

Wieso?

Zum Beispiel Flamingos. Die nisten im Freien. Einen brütenden Flamingo kriegen Sie abends nicht in die Hütte.

Das Gespräch führte Christoph Stollowsky.

Wilde Tiere in Berlin
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