Kurzmeldungen : Hinter den Kulissen der Berliner Politik

Von Wetten unter Abgeordneten und einem begeisterten Finanzsenator.

Man kann sich in der Politik heftig streiten, debattieren, beschimpfen – oder auch Wetten über die Einhaltung von Beschlüssen eingehen. In diesem Fall wettete vor längerer Zeit SPD-Rechtspolitiker Sven Kohlmeier mit seinem CDU-Kollegen Sven Rissmann: Es ging um die Fertigstellung des neuen Gefängnisses Heidering in Großbeeren. Der Abgeordnete Kohlmeier setzte darauf, dass der Heidering wie ursprünglich geplant 2011 fertig sein werde. Und Rissmann als Oppositionspolitiker sagte, dass das sicher nicht zu schaffen ist. Damit behielt er recht: Nach einem Urteil des Kammergerichts kam es im Dezember zum Baustopp. Wahrscheinlich wird das Projekt erst Ende 2012 abgeschlossen.

Danach erinnerte Rechtspolitiker Rissmann seinen Fachkollegen Kohlmeier an die Wette. „Ehrenschulden“ müssten beglichen werden, sagte Kohlmeier. Das ist geschehen. Seit dieser Woche steht bei der CDU-Fraktion ein Kasten „Berliner Kindl“. Jetzt hat CDU-Mann Rissmann seinen Kollegen zu einem kleinen Umtrunk eingeladen. sib

Berlin ist eine unüberschaubare Stadt, und ein Senator, der noch dazu für die Finanzen zuständig ist, tut gut daran, diesen lokalen Flickenteppich intensiv zu erkunden. Ulrich Nußbaum wollte sich ein Bild vom weitläufigen Südosten machen, besuchte mit der Bezirksbürgermeisterin Gabriele Schöttler das Technologie- und Gründerzentrum Oberschöneweide und betrat bei seiner Tour auch den heiligen, vom Eise befreiten Rasen des 1. FC Union im Stadion Alte Försterei in der Wuhlheide. Beim Zweitligisten begrüßt man sich mit „Eisern!“, Gaby Schöttler ist zudem Vereinsmitglied und führte den Senator an das Bestarbeiter- Denkmal mit den über 2000 Namen derer, die letzten Sommer selbstlos und aus Liebe zu ihrem Club beim Stadionbau mitgeholfen haben.

Nußbaum ist von so viel ehrenamtlichem Engagement begeistert und verteilte mitten auf dem Anstoßpunkt, die neuen Tribünen im Blick, Komplimente: „Wenn es ein Verein oder eine Einrichtung schafft, solch einen Rückhalt bei so viel motivierten Leuten zu haben, ist das vorbildlich, wir könnten mehr davon brauchen.“ Ob er denn bald mal zu einem Spiel kommt? fragte Torwart-Legende Oskar Kosche – sicher, wenn’s etwas wärmer wird, sagte der Senator, ein bekennender Werder-Bremen-Fan. Sportdirektor Christian Beeck schenkte ihm ein rot-weißes Union-Trikot mit der Nummer 12. Ein Finanzsenator als zwölfter Mann – nicht schlecht. Lo.

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